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Die Stellung des Deutschtums in Posen und Westpreussen : mit einer Sprachenkarte der deutschen Ostmarken / von Moritz Weiss
Entstehung
Seite
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Kapitel I.

Die zahlenmäßige Stärke der deutschen Bevölkerung.

i.

Den folgenden Ausführungen sind die Ergebnisse der Volkszählung von 1910 zugrunde gelegt. Die preußische Nationalitätenstatistik ist von den Polen vielfach angefochten worden, zuletzt von I. Frejlich, 1.3 Ztructure nutionule cke In ?o!oZne, hleuctmlel 1918. Die Vorwürfe lassen sich in der Hauptsache in drei Punkte zusammenfassen. Zunächst sei es nicht berechtigt, die Kaschuben von den Masüren sehen wir hier ab als besonderen Volksstamm zu zählen. Aber auch Frejlich kann nicht bestreiten, daß vom philologischen Standpunkte das Kaschubische allerdings als besonderes Idiom betrachtet werden kann; die Mehrzahl der Forscher neigt heute der Ansicht des russischen Gelehrten A. Hilferding zu, wonach das Kaschubische als selbständiger Zweig desLechischen" neben dem Polnischen steht. Man ist deshalb auch berechtigt, es gesondert statistisch zu erfassen. Politisch ist es allerdings schwer, Polen und Kaschuben von einander zu scheiden; eine langjährige politische Beein­flussung, die Gemeinsamkeit der Konfession (auch die Kaschuben sind römisch-katholisch), die polnische Kirchensprache hat die sprachlichen Unter­schiede überbrückt und die Kaschuben größtenteils politisch an die Seite der Polen geführt. Immerhin ist es wichtig zu betonen, daß lediglich das Kaschubische in den Kreisen Putzig und Neustadt an die Küste stößt, daß die polnische Sprache aber nirgends die See erreicht. Dabei sind die Kaschuben das ärmlichste und rückständigste Bevölkerungs­element in ganz Posen und Westpreußen; und der Umstand, daß dieser zurückgebliebene Volksstamm bei dem entlegenen Putzig auf 50 km Länge ans Meer grenzt, reicht jedenfalls nicht aus, politische Ansprüche auf die im übrigen rein deutsche Meeresküste zu begründen. Da es aber, wie gesagt, politisch schwer ist, Polen und Kaschuben zu sondern, sind die Kaschuben im Folgenden stets ausnahmslos den Polen zugezählt. Damit ist zugleich in einem der wesentlichsten