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vorstellen müssen, daß der Rückgang des Deutschtums und die entsprechende Zunahme des Polentums in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts fällt, daß von da ab aber die Zunahme des Polentums sich verlangsamt hat oder die Bewegung sogar rückläufig geworden ist. Das bestätigen einige Zahlen, die der polnische Geograph und Statistiker v.. Romer in seinem „Statistischen Jahrbuch Polens" (Krakau 1917, Tabelle 43) bietet. Darnach seien die Polen im Zeitraum von 1867 bis 1890 in den Regierungsbezirken Posen und Bromberg um 1 und 2 A zurückgegangen und hätten in den Regierungsbezirken Danzig und Marienwerder während dieses ganzen Zeitraumes nur noch um 1,9 und 3.2 U zugenommen. Jedenfalls sind es elementare wirtschaftliche Vorgänge, wie Ab- und Einwanderung, die das Stärkeverhältnis der Nationalitäten beeinflussen, und ihr künftiger Verlauf ist ganz unberechenbar. Die höhere Geburtenziffer bei den Polen wird zum Teil durch die höhere Säuglingssterblichkeit bei ihnen ausgeglichen; der Geburtenüberschuß der Polen allein vermag größere bevölkerungspolitische Wirkungen in absehbarer Zeit nicht auszuüben. Bei der wirtschaftlichen Lage, in der sich Deutschland voraussichtlich nach dem Friedensschluß befinden wird, sind Industrie und städtische Zentren wohl schon jetzt mit Arbeitskräften mehr als gesättigt, es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß die bisherige Abwanderung aus dem deutschen Osten aufhören und vielleicht sogar eine Rückwanderung aus dem Westen in die ländlichen, östlichen Provinzen stattfinden wird. Das wird dann vermutlich wieder mehr dem Deutschtum zugute kommen. Im ganzen sind Posen und West- preußen immer ein zweisprachiges Land gewesen; das zahlenmäßige Verhältnis hat bald zugunsten der Teutschen, bald zugunsten der Polen geschwankt; aber in der Hauptsache wird sich aller Voraussicht nach an ihm auch in Zukunft nicht viel ändern.
IV.
Die deutsche Bevölkerung und die Reichsragswahlen
von 1912.
Diese große deutsche Bevölkerung, die in den strittigen Provinzen seit langem mit den Polen bunt durcheinander wohnt, fühlt nun auch durchweg deutsch und will bei Deutschland bleiben. Das beweisen