LZie ersten Versuche Deutschlands, in die Zahl der Kolonialmächte einzutreten, reichen weiter als 200 Jahre in die Regierungszeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, des großen Kurfürsten, zurück.
Als derselbe mit 20 Jahren zur Regierung kam, fand er das Land in dem, denkbar traurigsten Zustande vor. Der große deutsche Religionskrieg war noch nicht beendet und eine schwere Aufgabe war es, seinen Grenzen die Lasten des Krieges fernzuhalten, die Wunden früherer Jahre zu heilen. Langsam nur hob sich der Wohlstand, zumal nach dem Friedensschlüsse neue .Kämpfe gegen die Krone Polen, gegen die Franzosen und die Schweden weitere Opfer forderten.
' Durch Schiffahrt und Handel hoffte der ruhmreiche Feldherr, der weitschaucnde Fürst endlich seinen zerrütteten Landen wieder aufhelfen zu können, aber seine Versuche, eine branden- burgisch-ostindische Compagnie zu gründen, scheiterten an dem mangelnden Unternehmnngsgeiste der Hansastädte und seiner eigenen Unterthanen.
Erst als, nach dem schwedischen Kriege, es ihm im Jahre 1684 gelungen war, eine eigene Flotte zn schaffen, vermochte er auf die früheren Pläne zurückzukommen, nachdem eine 1680 unternommene Expedition nur geringen Erfolg gehabt, selbst den Verlust eines Schiffes herbeigeführt hatte. Dagegen hatte der Kapitän eines zweiten Schiffes im Mai 1681 an der Goldkllste, in der Gegend zwischen Axim und dem Kap Tres Puntas, mit drei Negerhäuptlingcn einen Vertrag abgeschlossen, in dem diese
v. Engeln st edt, Deutsche Kolonisation. 1