Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1912) Probleme und Aufgaben
Entstehung
Seite
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Rechnn ngsablegung heranzuziehen. Die Sonn tags opfer ver­bleiben zu einen: bestimmten Teile der Einzelgemeinde für die Bedürf­nisse des Gottesdienstes in Licht, Abendmahlswein, Inventarunter- haltung u. s. f. Alle übrigen Mpfer und die Kirchensteuer sind an die Kasse der Iauptstation abzuführen. Es ist aber rechnerisch sofort ein Teil der Kirchensteuer aus das Gehalt des Lehrers der Einzelgemeinde, ein andrer für das Bedürfnis des Stationsbezirks und ein kleiner Rest für das Bedürfnis der gesamten Alissionsarbeit in Afrika zu verrechnen. Den Ältesten ist Einblick in die Rechnung zu geben, soweit sie lediglich die kirchliche Versorgung der Eingeborenen durch die Eingeborenen angeht. Sie müssen wissen, wieviel die Schularbeit auf der Bauptstation kostet und wie­viel der Bezirk zu diesen Kosten beiträgt. Aus dem Recht des Ein­blicks sollte, soweit das ohne Schaden möglich ist, sobald als möglich ein Rcitbestimmungsrecht werden. Nur wo Verantwortung ist, ist Verantwortlichkeitsbewußtsein und persönliches Interesse.

Neben der hier gezeichneten Entwicklung hätte zweitens eine ständige Erziehung dafür zu sorgen, daß die Einzelgemeinden für ihre Kirchen- und Schulbedürfnisse Landbesitz sicherstellen, damit durch den Ertrag von Gemeinde- und Schulplantagen das Ziel der Selbstunterhaltung schneller erreicht werde.

Allein alle diese lhilfen greifen nur durch, wenn es gelingt, den Gemeinden den Gemeinsinn, das Gefühl der Zusammen­gehörigkeit einzupflanzen. Sie müssen einsehen, daß jeder im eigen­sten Interesse handelt, wenn er das Mohl seiner Gemeinde fördert, und sie müssen es durch die Erfahrung lernen, daß Geben seliger ist als Nehmen.

d. Selbstverwaltung.

Selbsterhaltung bedeutet noch längst nicht Selbstverwaltung, aber die bisherigen Ausführungen zeigen, daß die Erziehung zur ^elbsterhaltung zugleich ein wichtiges Rlittel der Erziehung zur Selbstverwaltung ist.

In dieser Beziehung steht unsre Rlission trotz ihres jahrzehnte­langen Bestehens erst in den Anfängen. Das patriarchalisch- autokratische Regiment der alten Zeit wirkt noch nach. Es ist ja für Eltern nicht immer leicht, zu erkennen, daß ihre Kinder schon selbständiger sein könnten, angenehmer, sie in der elterlichen