IV. Die Gemeinde.
1. Die Pflege der Unmündigen.
Wo die Heidenpredigt und die Schularbeit im rechten Sinne getrieben worden sind, wecken sie das Bedürfnis nach geordnetein Taufunterricht, der ersten Veranstaltung zur Eingliederung der Beuzugewinnenden in die Gemeinde. Wer erteilt den Tausnuter richt? Nnd was ist sein Ziel und seine Methode?
Unter primitiven Verhältnissen in den Anfangszeiten der Mission fällt die ganze Last des Tausunterrichts auf den Missionar, aber sobald erwachsene, mündige Thristen vorhanden sind, kann und muß eine Arbeitsteilung eintreten und der Taufunterricht wenigstens für die Anfangszeiten Eingeborenen übertragen werden. Er kann es, weil es sich nur um die Elemente des Christentums handelt, und er muß es, weil die Taufbewerber über verschiedene Mrte zerstreut wohnen und weder auf längere Zeit im Stationsorte zusammengezogen werden können, ohne wirtschaftlich Schaden zu leiden, noch der Missionar seine Arbeitskraft ohne Schaden für seine Gesundheit auf mehrere Grte zersplittern darf. Andererseits ist der Taufunterricht um seines grundlegenden Charakters willen zu wichtig, als daß er ausschließlich in die Hände von Eingeborenen gelegt werden dürfte. So hat es sich als Praxis herausgebildet, daß bei uns die Taufprüfung lediglich dem Missionar vorbehalten bleibt, während es in seinem Ermessen steht, ob er den abschließenden Tausunterricht selbst erteilen will oder nicht.
Die Frage, ob Eingeborene imstande sind, den vorbereitenden Tausunterricht erfolgreich zu erteilen, hängt in erster Linie davon ab, was als Ziel und was als Mittel des Taufunterrichts bestimmt wird, und darüber ist längst keine Debatte mehr. Es ist ist ganz außer Zweifel, daß nicht eine bestimmte Summe gedächtnis- mäßig angeeigneten Wissens, sondern lediglich der in längerer Probezeit nach menschlichem Ermessen bewährte, auf elementarer Erkenntnis
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