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gut erzogen," sagte er im Laufe der Unterhaltung, „das sehe ich an meinem Kinde Afiwo. Seitdem sie bei euch ist, gehorcht sie gut, das hat sie bei euch gelernt." Eine Mutter kam am Markttage oft mit der Bitte, ihrer Tochter freizugeben, damit sie ihr Maisbrot verkaufe. „Schicke doch Elisabeth, die geht ja nicht zur Schule," antwortete ich ihr wohl. „Wenn Setomegbe geht, dann fehlt nichts am Gelde," antwortete sie, „denn sie hat bei euch gelernt, daß man nicht stehlen darf." Auch davon hatten die Leute einen Eindruck, daß wir nicht wie sie die Kinder zu unserem eigenen Vorteil erzogen. „Ihr tut den Mädchen nur Gutes," sagte einmal eine Heidin, „aber ihr selbst habt keinen Nutzen davon."
n) Schwierigkeiten bei der Erziehung.
In den ersten fünfzehn Jahren unserer Arbeit in Keta bis 1895, als noch zwanzig und mehr Kinder bei uns im Hanfe erzogen wurden, fehlte es nicht an mancherlei Schwierigkeiten. Das empfanden wir besonders, wenn sich Treulosigkeit unter den größeren Mädchen zeigte. Nach einem solchen Falle finden wir einen Stoßseufzer in einem Briefe aus dem Jahre 1896: „A.s Ungehorsam und Falschheit ist für uns eine traurige Erfahrung. Aber uns, die wir unter diesem Volke leben, kommt sie nicht so überraschend. Wir wissen, daß wir stets uns selbst ganz dranzugeben haben, ohne etwas dafür zu erwarten. Umsonst wird ganze, treue Arbeit nie sein, das wissen wir ganz genau. Aber der Erfolg ist nicht unsere, sondern Gottes Sache. Ich komme mir so oft vor wie Sisyphus, der täglich mit seinem Marmorblock dasselbe Schauspiel zu erleben hatte, denn: „Hurtig, mit Donnergepolter, entrollte der tückische Marmor." Wie er immer wieder von neuem den Stein hinausschieben muß, so scheint mir, müssen auch wir täglich die Last von Sünde und Bösem in den Kindern anarbeiten und jeden Tag wieder dieselbe Arbeit auf uns nehmen. Aber während die Arbeit des Sisyphus für immer erfolglos war, ist die unsere das doch nur scheinbar. Denn wir haben eine mächtige Waffe, der der Sieg gewiß ist, das Wort Gottes."
Wir hatten bei der Erziehung oft einen harten Kampf gegen das Heidentum zu kämpfen, dessen Finsternis Geist und Herz, Seele, Verstand und Wille, ja den ganzen Menschen verderbt. Ein Beispiel dazu ist folgendes. Eines Tages wurde den größeren Mädchen der Spruch 1. Thess. 5, 23 : „Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch uud durch" erklärt.