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<1) Totenfeste.
Die Angst der Elveer vor der Belästigung, die sie, wie sie glauben, von den um her wandern den Seelen der Verstorbenen zu fürchten haben, hat zu der Sitte der Totenfeste geführt. Mit Trommeln, Schießen, Trinken und Essen, Schreien und' Lärmen wird ein solches Fest mehrere Tage und Nächte gefeiert. Wehe der Familie, die ihren Toten nicht durch ein solches Fest ehrt! Sie würde eine beständige Rache von dem Vernachlässigten zil fürchten haben. Und wenn sie für Jahre Schulden auf sich ladet, Pulver und Schnaps zum Totenfest müssen beschafft werden. Eine von uns Schwestern hatte ein solches Fest in Amedzowe, wo sie zur Erholung weilte, miterlebt und schreibt darüber: „Am 20. Januar habe ich in Amedzowe ein großartiges Totenfest und dabei viel Finsternis des Heidentums gesehen. Am 19., nachmittags drei Uhr, fielen die ersten Schüsse in der Stadt, ein Zeichen, daß jemand gestorben war, und zugleich der Anfang fortwährenden Schießens und Lürmens bis in die Nacht hinein. Etwa um fünf Uhr ging Missionar Oßwald mit mir hinunter; ein daherkommender Bube führte uns in den Hof des Verstorbenen. In der Mitte des Hofes brannte ein Helles Feuer; um das Feuer herum saßen alte und junge Frauen, die ganz entsetzlich weinten und schrien. Dazwischen liefen die Fetischpriesterinnen umher mit ihren Schnüren von Kauri- mnscheln, Perlen und Tierschwänzen. Bei dem immer wiederkehrenden eintönigen Gesang und den Tanzbewegungen, die sie immer im gleichen Rhythmus machten, konnte einem angst und bange werden, weiln man in ihre finsteren, verzerrten Gesichter sah. Am anderen Tage begann von frühmorgens an wieder das Schießen. Die Bewohner Amedzowes waren festlich angezogen. Gegen Mittag kamen in großer Zahl Heiden aus den umliegenden Dörfern, die alle das Totenfest mitfeierten. Es war ein grauenhafter Lärm; man hörte ihn ganz deutlich auf unserem Hvtehügel. Nachmittags drei Uhr gingen wir noch einmal in die Stadt, denn jetzt sollte das Fest den Höhepunkt seines Glanzes erreicht haben. Der Sprecher des Königs führte uns, trotzdem er angetrunken war, mit einer gewissen Würde in den Hof, wo wieder die Klageweiber schrieen und die Fetischpriesterinnen ihren Firlefanz machten. Unter dem Dache des Hauses lag auf einem Bette der Verstorbene, ein noch junger Mann. Aber dieser Anblick! Er lag da bis all die Bricht mit einem Landeskleide bedeckt, der Oberkörper ganz mit Erde beschmiert, den Mund weiß angestrichen, unzählige Amulette und Zauber-