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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
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Vodza ist noch nicht für die Missionsarbeit offen. Die Leute haben genug zu essen, darum fragen sie nicht nach dem Christentum. So hat unsere Mission dort unter den Fischern und Bootruderern noch keine Christen. Wir kehrten in einer alten Sklavenburg ein. Diese war ein großes, einstöckiges Haus, in der Art der hiesigen Europäerhäuser gebaut. Es ist jetzt ziemlich in Verfall. Seine schöne Lage unmittelbar am Meere erleichterte die heimliche Einschiffung von Sklaven. Dieses Haus ist die Heimat Julias, unseres Lehrers Christian Frau. Julia ist unsere liebste Christenfrau in Keta. Wir wollten eine Frau von Julias Vater, Giraldo de Lima, besuchen. Als wir in das große Gehöft eintraten, trafen wir Julia und ihre Tochter Henriette dort. Sofort sammelten sich alle Hausbewohner, die hin und her in dem großen Hof verstreut waren, um uns. Einige Frauen blieben am Mahlstein und rieben den Mais weiter. Wir sagten ihnen, daß Gott auch für sie seinen Sohn in die Welt gesandt, und daß auch sie Gottes Kinder sein dürften. Sie möchten doch in die Kirche kommen und Gottes Wort hören und sich erlösen lassen usw. Julia wiederholte ihnen alles und fügte noch einige eindringliche Reden hinzu. Dann sangen wir ihnen in Ewe das Lied: ,Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast/ Julia las ihnen alle Verse noch einmal vor und erklärte ihren Sinn."

e) Zum Lagunendorf Kedzi.

Wenn nach der Regenzeit in der Ketalagune reichlich Wasser war, konnte man wohl eine Bootsfahrt unternehmen. Im August 1891 fuhren wir auf der Lagune nach Kedzi, einem Dorfe unweit Ketas. Eins unserer Mädchen, Hanna, hatte dort ihre Heimat. Sie war von ihrer kranken Mutter nach Hanse gerufen, um ihr in der Krankheit beizustehen. Aber ob­wohl die Kranke längst wieder hergestellt war, kehrte Hanna trotz vieler Mahnungen unsererseits nicht zurück. So beschlossen wir, an einem Sonnabend nachmittag mit einigen unserer Haus­kinder selbst nach Kedzi zu fahren und nach Hanna zu sehen. Ein eingeborener Lehrer begleitete uns, um uns als Dolmetscher zu dienen. In dem schmalen Kanoe saßen wir auf kleinen Korbstühlen und durften uns nicht viel bewegen, sonst verlor unser Fahrzeug das Gleichgewicht. Am Boden saßen die Kinder, eifrig bemüht, das Wasser, welches eine unversehens eindringende Welle mutwilligerweise in unser Boot warf, mit einer Kalabasse gleich wieder auszuschöpfen. Der Ruderer war zugleich Steuer-