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Lina Patras eine nene Hilfe ans Europa kam. Nun konnte so vieles, was wegen mangelnder Kräfte in der Arbeit hatte liegen bleiben müssen, nachgeholt werden. Am 14. Juni trat Schwester Lottchen die für sie so notwendige Erholungsreise nach Aburi auf der Goldküste an. Nach ihrer Rückkehr sollte dann Schwester Emmy bald zur Heimreise nach Europa rüsten. Aber der Mensch denkt, und Gott lenkt. Am Tage nach Schwester Lottchens Abreise erkrankte Schwester Lina und zwar so ernst, daß sich schon nach wenigen Wochen die Notwendigkeit ihrer Rückkehr nach Europa herausstellte. Das war nach der kurzen Freude ein harter Schlag. Schwester Emmy mußte ihre Heimreise beschleunigen, damit die beiden zusammen reisen konnten, und schon am 7. Juli verließen sie Keta. Wieder stand ich für Wochen allein in der Arbeit, denn durch mancherlei Umstünde verhindert, konnte Schwester Lottchen erst Ende August aus Aburi zurückkehren. Diesmal ging es leichter als im Mai, denn im August waren Schulferien. Die schweren Erlebnisse der letzten Wochen hatten auch auf die Kinder einen Eindruck gemacht. Sie waren bemüht, mir durch Gehorsam Freude zu machen. Ja, auf ihre Weise suchten sie hier und da ihre Liebe zu beweisen. Als ich nach der Abreise der Schwestern vom Strande zurückkam und ganz allein wieder in unseren Garten eintrat, überkam mich ein eigentümliches Gefühl. Die Kinder waren noch nicht zurück, nur Anna Quist, ein etwa zehnjähriges Mädchen, kam mir entgegen. Sie wollte mich offenbar trösten. Ihr Trost bestand in einem Händedruck und einem Blick ohne Worte, aber es war ein Trost. Der andere Tag war Sonntag. Mit aller Macht kam jetzt die Trübheit der letzten Ereignisse über mich, und ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Da kam Hanna in mein Zimmer und sagte ganz schlicht: „Aweno, weine nicht,
vertraue fest." Rührend war auch die Teilnahme der Frauen nach Schwester Lottchens Rückkehr von Aburi. Sie kamen alle und freuten sich mit uns, daß wir beiden Schwestern nun wieder vereint waren, und Julia sagte: „Hier ist Leiden und Krankheit und Tod, droben bei Jesu im Licht ist das Leben." Am 6. Oktober 1894 kam durch Schwester Anna Reinecken willkommene Hilfe aus der Heimat.
<;) Nengcschenkte Kräfte.
Am 1. Oktober 1897 kam ich von meinem zweiten Urlaub in Europa nach Keta zurück. Als ich eintraf, war meine Ber-