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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
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Hütte man in der Gemeinde in den ersten Morgenstunden zu tun gehabt! Ein Besuch am Morgen ist dem Neger viel be­deutungsvoller. Jetzt endlich also sollte unsere Arbeit diese wichtige Erweiterung erfahren. Wie ich mich daraus srente! Aber meine Freude war umsonst. Schon wenige Tage nach Schwester Anna Reineckens Ankunft zeigte es sich, daß sie körperlich zu wenig frisch war, um die Schule zu übernehmen. Ich sah ein, daß ich meinen Lieblingsplan wieder aufgeben mußte. Es kostete mich bittere Tränen und eine schlaflose Nacht. Nach wie vor wurde die Krankenpflege in der Mission viel in Anspruch ge­nommen und tat ihren stillen Liebesdienst. Im Jahre 1906 hat Frau Missionar Flothmeier in Keta 6268 Kranke be­handelt, also durchschnittlich täglich siebenzehn.

2. Die Anstaltserziehung.

In der Erziehungsarbeit tasteten wir im An­sang hier und da noch im unklaren und suchten erst nach einer festen Gestaltung. In der uns von der Bremer Missivns- leitung gegebenen Arbeilsanweisung war uns der Auf­trag geworden, erwachsene Mädchen zu sammeln und diese in christlichem Geist zu tüchtigen Hausfrauen zu erziehen. Es zeigte sich aber, daß ältere Mädchen, die niemals die Zucht einer christlichen Schule kennen gelernt hatten, sondern in der Zttgellosigkeit des Heidentums aufgewachsen waren, im späteren Alter nur wenig mehr beeinflußt werden konnten, jedenfalls nicht ohne einen selbständigen Zug zum Christentum.Es gibt Wunden des Herzens," sagt Bachofener, in frühester Jugend der Kindesseele geschlagen, die schwerlich oder nie heilen." Bor allen Dingen aber sah die Bevölkerung von Keta die Notwendigkeit einer Erziehung dieser erwachsenen Mädchen nicht ein. Die Mütter beanspruchten die heranwachsenden Töchter als Hilfe im Hause bei den mancherlei Arbeiten, die der afrikanischen Hausfrau zufallen, als da sind: Wasser tragen. Holz holen, Mais mahlen, Suppe kochen, Brot verkaufen usw. Sie gaben uns die größeren Mädchen überhaupt nicht. So wies uns manches auf die Entwickelung der Er­ziehungsarbeit hin, wie sie sich im Laufe der Zeit gestaltet hat: die Sammlung der kleinen Kinder in Kleinkinderschulen und die Erziehung der Mädchen in besonderen Mädchenschulen.

Anstatt erwachsener Mädchen, wie unsere Instruktion ver­langte, nahmen wir nun jüngere ins eigene Haus. Diese acht ersten Kinder waren im Alter von zehn bis vierzehn