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II. Rinderexport über die Binnengrenzen.
Uber die Binnengrenzen unseres Schutzgebietes wurden im Jahre 1903/04 insgesamt ausgeführt: 2177 Stück männliches Rindvieh im Werte von 55265 Ji. und 1507 Stück weibliches Rindvieh im Werte von 99 553 Jl. Der Anteil der Bezirke an diesem Betrage geht aus der folgenden Zusammenstellung hervor.
Männliche Kinder
Weibliche Kinder
Stück
Wert in Mk.
Stück
Wert in Mk.
Moscki.
356
17 017
1 343
94 704
Bismarckburg.
716
16 304
46
1 388
Mwaja.
1105
21944
118
3 461
Wenn unsere ostafrikanischen Besitzungen wie in den letzten Jahren weiterhin von verderblichen Seuchen verschont bleiben, wird der Rinderexport bald eine große Bedeutung gewinnen.
Damit ist aber der wirtschaftliche Nutzen des Rindes noch nicht erschöpft. Das Zeburind ist nämlich ausgezeichnet brauchbar als Zug- und Reittier und eignet sich gut zum Lastentragen. Wohltmann nennt es geradezu das Zukunftstier Afrikas. Die Verwendung des Ochsenwagens in Deutsch-Ostafrika bildet einen vielumstrittenen Gegenstand. Der teure Trägerverkehr mit seinen vielen Unannehmlichkeiten macht den Ersatz durch ein billigeres Transportmittel wünschenswert. Verschiedene Militärstationen haben Versuche mit Ochsen wagen angestellt, die man als gelungen ansehen darf. Jedoch wird die Verwendung des Rindes als Zugtier, welche das Vorhandensein von guten Straßen, die wir in Ostafrika kaum besitzen, zur Voraussetzung hat, nur eine lokale sein können, da schon die weitverbreiteten Buschdickichte für Ochsenwagen ein Hindernis sind. Das mächtigste Hindernis ist jedoch die Tsetsefliege, die man leider auf allen bis jetzt untersuchten Karawanenstraßen gefunden hat. Damit ist die Verwendung des Rindes als Zugtier auf die surrafreien Gebiete der Kolonie beschränkt.
2. Das Schaf und die Ziege.
Schafe und Ziegen finden wir überall in den Landschaften unseres Schutzgebietes reichlich, abgesehen von den Bezirken des Südens. 124 ) Da das Verbreitungsgebiet der beiden
12i ) Denkschrift 1901/02, S. 27.