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Haustiere, Jagd und Fischerei von Deutsch-Ostafrika in ihrer wirtschaftsgeographischen Bedeutung / vorgelegt von Arthur Heß
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Verbreitung und wirtschaftlicher Wert der Haustiere Ostafrikas.

Nachdem wir so einen Überblick über die Viehzucht unseres ostafrikanischen Schutzgebietes gewonnen, ihre Aus­dehnung, ihre Hindernisse durch Seuchen und die Maßnahmen zu ihrem Aufschwung kennen gelernt haben, ist es nunmehr unsere Aufgabe, zur Betrachtung der einzelnen Tiere selbst über­zugehen. Noch ist das vorliegende Material lückenhaft, so daß sich eine erschöpfende Darstellung nicht geben läßt, um so weniger, als sich bisweilen die Berichte der Reisenden direkt widersprechen, auf deren verstreuten Angaben die folgenden Ausführungen hauptsächlich beruhen.

Wir gliedern unser Gebiet in folgende Unterabteilungen:

1. Das Rind,

2. das Schaf und die Ziege,

3. der Hund,

4. die Katze,

5. das Schwein,

6. das Pferd,

7. der Esel und das Maultier,

8. das Kamel,

9. Federvieh.

I. Das Rind.

Die Rinder des Schutzgebietes gehören zwei Rassen an, die einander nahestehen, wenn sie auch merkliche Unterschiede aufweisen. Am meisten im Lande verbreitet ist das Zebu oder Buckelrind (Bos indicus, Bos zebu). Es ist ein ziemlich kleines, 37 ) starkes Tier mit einem großen Höcker auf dem Widerrist und einer kleinen Wamme am Halse und kommt in allen Farben­abstufungen von Weiß bis Braunschwarz vor. 38 ) Das Gehörn ist auffallend klein. Das Rind ist im Lande schon seit den ältesten Zeiten einheimisch. Es eignet sich besonders für trok- kene Landschaften und hat ein geringes Futterbedürfnis. 39 )

Die zweite unserem Schutzgebiete eigene Rasse, das Watussi- Rind (Bos africanus) ist dem afrikanischen Sanga-Rind ver­wandt. Dieses Rind stammt nicht aus dem Lande selbst, es

37 ) Brehms Tierleben: Säugetiere, Band III, S. 293. Danckelmanns Mit­teilungen, Band V, Seite 25.

S®) Stuhlmann, Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika, S. 78.

39 ) Wohltmann, Handbuch der tropischen Agrikultur, S. 423.