Stromvertheilung in West-Schantung.
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den Gneiss in einem Engthal. Von dort, wo er das Gebirge verlässt, fliesst er nach dessen westlichstem Vorsprung und mündete hier ehemals in den weit von Westen her kommenden Tsihö, welcher dem nordwestlichen Gebirgsrand folgte und dann das Flachland bis zum Meer durchströmte. Mehrere Städte, wie Tsinanfu und Tsiyang-hsien, haben noch nach ihm ihre Namen. Als der obere Tsihö von dem Gelben Fluss nach Südosten entführt wurde, trat für seinen Unterlauf der Name Ta-Tsinghö ein, der durch mehrere Jahrhunderte angewandt worden ist, bis der Gelbe Fluss sich um das Jahr 1852 in den mit diesem Namen be- zeichneten Kanal ergoss. Damit hat er auch den Wönnhö als Zufluss aufgenommen. Aber dieser bringt ihm nur noch einen Theil seiner Wassermasse; denn bei Anlage des Grossen Kanals wurde der Wönnhö von der Stelle, wo er das Gebirge verlässt, zur Hälfte nach Südwesten abgeleitet, um in der früher (S. 17) beschriebenen Art diesen an seinem Culminationspunkt zu speisen.
Eine zweite grosse Wasserscheide bildet der Zug des Kiu- nüschan und Schimönnschan. Der nördliche Theil des Abflusses der Südwestseite vereinigte sich früher zum Sz’hö, der dann den ganzen Fuss des südlichen Berglandes begleitete und dieses in grossem Bogen umschloss; sein Bett ist nachher theil weis für den Grossen Kanal benutzt worden. Der Rest des westlichen Abflusses des Kiunüschan folgt einem Längsthal und geht nach Itschoufu. Hier und weiter südlich vereinigen sich mehrere Flüsse, die sich in dem Gebiet der divergirenden Schollen entwickeln. Unter ihnen ist der bedeutendste der Ihö, dessen wir bei Itschoufu gedachten.
Alle diese Flüsse des Berglandes dienen für die Schifffahrt entweder gar nicht, oder, wie der Ihö, nur ganz unvollkommen. Um so wichtiger ist der Verkehr auf den Wasserstrassen ausserhalb der Grenzen des Berglandes; in erster Linie auf dem Grossen Kanal. Aber auch der Gelbe Fluss, so viele Schwierigkeiten er bereitet, ist von Belang.
Klima.
Schantung liegt zwischen 34^2 und 3873 Grad nördlicher Breite, also in den Breiten von Tunis, Algier, Sicilien, Peloponnes. Aber