Der äussere Gebirgsbau.
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zugeführten Staubmassen, insoweit sie von der Vegetation festgehalten wurden, wie dies oben (S. 51) auseinandergesetzt worden ist; ferner der Thätigkeit des Gelben Flusses, welcher die besonders aus dem Löss westlicherer Gegenden stammenden Sand- und Lehmmassen weggeführt und rings um das Bergland von Schantung zur Ablagerung gebracht hat. Die Lössdecke ist charakteristisch für das westliche Schantung. Es bleibt räthselhaft, dass sie sich nach dem östlichen fast gar nicht ausbreitet.
Der äussere Gebirgsbau.
Nachdem wir die am Aufbau des Berglandes theilnehmenden Gesteine und die der heutigen Gestaltung zu Grunde liegenden Vorgänge kennen gelernt haben, können wir mit besserem Verständnis auf die Darstellung der Berge und die Anordnung der Gebirge und Bodenformen überhaupt eingehen. Den Ausgang bildet die trennende Bruchlinie. Ich gewahrte sie, als ich den gegliederten Gebirgsbau der Umgegend von Wei-hsien untersucht hatte und an den Rand des Thaies kam, in dem der Weiho von Süden nach Norden fliesst. Die Bodenformen der Westseite waren abgeschnitten. Jenseits war nur flaches Land zu sehen, und als ich es betrat, bestand es nur aus Grundgebirge, alle anderen Formationen der reich zusammengesetzten Westseite waren verschwunden. Die Scheidelinie liess sich nach Süden verfolgen, soweit das Auge reichte; und doch konnte ich noch nicht ahnen, wie verschieden der Bau des Landes, in das ich kam, von dem war, welches ich verliess. Ich betrachte diese beiden Landes- theile gesondert.
1. Ost-Schantung.
Das östliche Schantung besteht weitaus vorherrschend aus Grundgebirge. Die auflagernden Decken sind fast ganz hinweggeräumt, Steinkohle ist nicht bekannt und wahrscheinlich nicht vorhanden. Es ist ein Land der Kontraste in den äusseren Formen. Massig, aber stark zerschnitten, steigen Gebirge auf,
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