XII
Vorbemerkungen.
von 1866. Es sind auf ihr zahlreiche Dörfer eingezeichnet, deren Namen nach Auffassung durch das Ohr so niedergeschrieben sind, dass sie (wie Odysse, Haubeto, Olasi, Aulic etc.) zu unchinesisch klingen, um sie wiederzugeben. Ich habe daher nur die Namen eingetragen, welche chinesischen Charakter haben, und mich zu ihrer Rechtschreibung, wie auch sonst zu einigen Ergänzungen, der mit Zuhilfenahme japanischen Materials in Petermann’s Mittheilungen (Jahrgang 1898, Tafel 4) erschienenen Karte Die Kiautschou-Bucht und Umgebung« bedient.
II. Die Bilder.
Es bestand nicht die Absicht, diesem Werk einen Bilderschmuck beizugeben, weil solche Ansichten, welche von der Landschaft, den Städten und den Bewohnern von Schantung eine Anschauung zu geben geeignet sein würden, nicht zugänglich und vermuthlich, mit Ausnahme der Umgebung von Tschifu und Weihaiwei, überhaupt nicht vorhanden waren. Während des Druckes der letzten Bogen jedoch legte die Graphische Gesellschaft in Berlin dem Herrn Verleger eine Anzahl von Bildern vor, welche ein von ihr nach Kiautschou besonders ausgesandter Photograph dort aufgenommen hatte. In Anbetracht des Interesses, welches Darstellungen gerade von diesem Ort gegenwärtg haben, wurde für eine kleine Zahl der Bilder ein beschränktes Vervielfältigungsrecht erworben. Wenn sie nur geringe Beziehung zum Text haben, so möge dies durch die genannten Umstände entschuldigt werden. Die Herstellung in der Mitte des Winters veranlasste es, dass die Landschaft öder erscheint, als sie es thatsächlich ist, und die Bewohner sich dem Leser in ihren unkleidsamen dickwattirten Winteranzügen vorstellen.
Ich habe diesen Bildern, ausser einer Ansicht von Kanalbooten, die Photographie einer hohen Schule in Peking beigefügt, um dem Leser den besseren Theil der Bevölkerung, mit dem wir es zu thun haben, vor Augen zu führen. Man ist gewohnt, auf Zeichnungen die Chinesen in Karrikaturen dargestellt zu sehen, und auch auf Photographien, abgesehen von den Porträts hoher Mandarine, mit Vorliebe solche Typen gewählt zu finden, welche die Chinesen zum mindesten als sonderbare Menschen erscheinen lassen. Es steckt darin noch ein Stück mittelalterlicher Neigung, fremdländische Völker als etwas Absonderliches darzustellen. Kein Volk hat sich dies in Schrift und Bild mehr gefallen lassen müssen als die Chinesen. Ein Blick auf die in Deutschland hergestellten illustrirten Kiautschou-Postkarten genügt, um dies zu bestätigen. Diejenigen, welche in Ostasien lebten, haben es gelernt, die Chinesen ernster zu erfassen und sie als Menschen zu betrachten, unter deren mittleren und oberen Schichten, und grossentheils auch im Landvolk, ein gutes Theil von althergebrachter, wenn auch eigenartiger, bei manchen Individuen bis zu sehr hohen Graden sich steigernder geistiger