Die Komark Blumenau. Verkehrsverhältnisse.
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Der Verkehr findet nach Bedarf, meist mehrmals wöchentlich, statt. Jahreszeiten üben keinen Einfluß aus und nur der tiefgehendste Dampfer kann bei Niederwasser eine Stelle nicht passieren.
Zwischen Joinville und S. Francisco verkehrten bisher 2 kleine Flußdampfer und 15 Segelboote und beförderten 1905 etwa für 3 Milk Mark Waren. Nach Brusque fahren seit zwei Jahren Petroleummotoren auf dem Itajahy mirim.
Im übrigen Staat Sta. Catharina sind folgende Flüsse teilweise schiffbar: der Cachoeira für kleine Segelboote und Flußdampfer an der Küste bis Joinville; der Rio Tijucas 1 ) mehrere Meilen weit für Küstenfahrzeuge; Rio Biguassu 25 km weit für Kanoes; Cubatäo einige Meilen bis S. Amaräo für Kanoes; Tubaräo 13 km unterhalb der Linie des Nordarms für größere Segelschiffe; Capivary an der Mündung etwa 40 km für Kanoes; Ararangua etwa 25 km wenigstens 10 m tief; Mailuzia mit Manoel Alves etwa 10 km weit aufwärts für Küstenfahrzeuge.
In Rio Grande, wo das Randgebirge scharf nach Westen umgebogen ist und einem leicht gewellten niederem Hügelland Platz gibt, erleichtert die Lagoa dos Patos und das Fünfstromsystem, das bei Porto Alegre oder in der Nähe mündet, den Verkehr, da der Gravatahy, Rio dos Sinhos, Guahyba, Jacuhy und Cahy mit Dampfern befahren werden.
Für Parana kommen der Parana, Rio Negro, Iguassu, Paranapanema, Tibagy, S. Joäo und Cubatäo als Träger von 12 kleinen Flußdampfern bei einer schiffbaren Gesamtlänge von 1500 km in Betracht.
Auf dem Uruguay ström zeigte sich bis 1906 die brasilianische Flagge nicht, obwohl dort erhebliche Handelsinteressen Brasilien mit seinen Nachbarn eng verknüpfen. Auch auf dem Parana, schiffbar bis S. Francisco, verkehrte bislang kein brasilianischer Dampfer, obwohl an der Mündung des S. Francisco Erzeugnisse von Matto Grosso und Parana zu verladen wären. Selbst auf dem Paraguay fand sich im Staat Matto Grosso bis Ende 1906 die Schifffahrt nicht in brasilianischen Händen. Endlich sind seit Mitte 1907 Arbeiten in Corrumba am Paraguay im Gange (hölzerner Kai von 300 m Länge), um den Verkehr des inneren Brasilien in Matto Grosso an das Weltnetz anzuschließen, und der Dampfer „Satellite“ des Lloyd Brazileiro hat kürzlich Corumba angelaufen. Der „Satellite“ hat 18 Fuß Tiefgang; zwischen Rosario und Asuncion geraten Schiffe mit 21 Fuß Tiefgang auf den Grund, oberhalb Asuncion ist der Fluß wieder für größere Dampfer schiffbar.
Hafenorte.
Das binnenländisch gelegene Blumenau mit seinem immer wieder durch deutsche Einwanderer aufgefrischten verkehrsbedürftigen Bevölkerungselement
x ) Vgl. Ballod, Sta. Catharina.