Die Komark Blumenau. Verteilung der Bevölkerung und Besiedlung.
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Wirtschaftsleben.
Verteilung der Bevölkerung und Besiedlung.
Betrachten wir uns in Blumenau die Verteilung der Bevölkerung, so fällt auf, daß selbst der Stadtplatz Blumenau des städtischen Charakters entbehrt und kein wirklich städtisches Bürgertum im Gegensatz zu Joinville kennt, wo durch Anhäufung der Bewohner in einem Städtchen neuer Anlaß für Entwicklung der Verkehrswirtschaft gegeben wurde. Während der Handel in den letzten 6 Jahren in Blumenau stieg, sind im Stadtplatz nur ganz wenige Wohnhäuser (10 bis 20) errichtet worden und keine neue Firma von Belang ist hinzugetreten. Es ist aber anzunehmen, daß die neuen Verkehrsmittel (Bahnen) nicht als Folge, sondern als Ursache einer dichteren Bevölkerung, besonders in dem Ausgangspunkt der Bahn und gleichzeitig der Umladestelle zum Flußdampferverkehr, zu einem Zusammenziehen der Bevölkerung in städtischer Form führen wird.
Bisher verfließt selbst der Stadtplatz Blumenau in seiner Umgebung und die übrigen geschlossenen Ansiedlungen sind von unseren Dörfern ganz verschieden. Sie ähneln den Kirchplätzen, die wir im Hochgebirge finden. Dabei sind sie selten an Zahl und Ausdehnung. Nach Angabe v. Skinners, der sich auf zuverlässige amtliche Angaben stützt, standen 1905 in Blumenau (einschließlich Itoupava secca) 350 Gebäude, in Badenfurt nur 17 Gebäude, Indayal 15, Warnow 10, Timbo 17, Pommeroda 10, Aquidaban 5 und in Hammonia 10 Gebäude mit den dazugehörigen Schuppen und Ställen. Dazu kamen noch Ilse-Neisse, Ascurra, Neu-Bremen, Rodeio, Encruzilhada, Carijos und einige noch weniger bedeutende Kirch- und Schulplätze. Kirche und Schule, Kaufhäuser (Venden) und Wirtshäuser, oder die letzten wie die ersten beiden vereint, und daneben die Wohnungen und Werkstätten einiger Gewerbetreibenden, Bäcker, Schuster, Schneider, Sattler und Schmiede bilden diese Ansätze zu Dörfern oder wie man sie in der Kolonie nennt, „Stadtplätzen“, ein Name, der allgemein durch Ortschaften (Povacäo) ersetzt werden sollte.
Im übrigen wohnt die Bevölkerung etwa zu 89 °/ 0 familienweise auf ihren Kolonielosen verteilt, die in schmalen Streifen senkrecht zu der Weg- oder Flußrichtung nebeneinander liegen, von den fruchtbaren Auengeländen am Fluß ausgehen und noch möglichst viel Hinterland gebirgigen Urwalds einbeziehen; je nach der Zugänglichkeit des Geländes findet man daher längs den Straßen, rechts und links verteilt, im mittleren Durchschnitt alle 220 bis
etwas vom Lloyd, nur von „Mißler“, „Mißler“, der Kirchen und Schulen baute und für Auswanderung Propaganda machte. Dieser Herr Mißler ist derselbe Mann, der für die Gesellschaftsvenden der H. K. G. die nötigen Mittel vorgestreckt hat, während vor Jahr und Tag Direktor Sellin der H. K. G. solche Geschäftstätigkeit von sich abgewiesen hatte.