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Brasilien und die deutsch-brasilianische Kolonie Blumenau / von [Karl A.] Wettstein
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Die Komark Blumenau. Allgemeine Übersicht.

Die Komark Blumenau.

Allgemeine Übersicht.

Bei Besprechung desErdteils Südamerika, der Republik Brasilien und des Staates Sta. Catharina sind die natürlichen Faktoren in ihrem äußeren und inneren Rahmen wiedergegeben worden. Da die Komark Blumenau an­nähernd in der ostwestlichen Mittellinie des Staates gelegen zwar hauptsäch­lich Tiefland umfaßt, aber noch an verschieden wichtigen Stellen zum Hoch­land heranreicht, gelten für dieses Munizip auch im einzelnen dieselben geo­graphischen Grundlagen wie für den Staat im ganzen und die Ausführungen an dieser Stelle können sich darauf beschränken, Einzelheiten zu geben oder auf besondere Eigentümlichkeiten hinzuweisen.

Die Komark Blumenau umfaßt 25 km westlich des Meeres am Poqo Grande beginnend das ganze Fluß- und Quellsystem des Itajahy mit Aus­nahme des obersten Laufes des Südarms (oberhalb vom Rio dEsperanga) d. h. etwa 11 850 qkm; die Komark Blumenau ist also 4400 qkm größer als das Großherzogtum Hessen und 1300 qkm kleiner als das Großherzogtum Mecklenburg.

Der Stadtplatz Blumenau liegt 5 km unterstrom der Stelle, wo der Berg­fluß Itajahy zum Fluß der Tiefebene wird, und Ebbe und Flut teilen sich noch 5 qkm oberhalb Blumenau in Itoupava secca (Altona) mit, während 2 km weiter aufwärts der Strom mit 5000 geringsten Pferdekräften (vgl. Gutachten v. Skinner) über die letzte Hochlandsschwelle hinabstürzt.

Die senkrechte Gliederung zeigt ein einheitlich geregeltes Gelände. In dasfastebene Hochland, das sich tafelartig über das brasilianische Rumpf­gebirge ausbreitet, hat sich der Itajahy hineingearbeitet und greift mit drei großen Armen, dem Nordarm, Westarm und Südarm, in das Hochland bis auf eine Entfernung von 200 km von der Küste hinein.

Während im Itapocutal die seitliche Verästung der Täler eine un­regelmäßigere ist und deshalb die große, einzige makadamisierte Straße des Staates, die Serrastraße, von Joinville aus diesen Zugang zum Hoch­land durch den Itapocu nicht benutzt, sondern nördlich-seitlich das Hoch­land gewinnt, konzentriert der Itajahy sein ganzes oberes Quellgebiet in eine einzige Strecke des engen Tales zwischen Subida und Aquidaban (Neiße) und nur auf der Nordseite verästen sich im Unterlauf einige Täler wie das des Rodeio, S. Paulo und namentlich des Beneditto, Testo u. a., während auf der Südseite steilere Hänge mit festerem Gestein näher an den Strom herantreten, so daß wie die Flüsse (Neiße, Ilse, Warnow) auch die Täler auf dieser Seite nicht die Bedeutung der nördlichen Täler erlangt haben.