Brasilien. Wirtschaftliche Lage im allgemeinen.
wird für folgende Waren und Gegenstände zugestanden: für Gerätschaften*'für Ackerbau oder eine freie Kunst oder ein Handwerk und außerdem fü
stände zum Gebrauch für Kolonisten und Handwerker, welche sich i niederlassen wollen, soweit diese zur Ausübung ihres Berufs oder G erforderlich sind und nicht die für ihren und ihrer Familie Gebrauch wendige Menge überschreiten.“ § 4: „Für Überreste der zum eigend
Unterhalt der Kolonisten, welche sich im Lande niederlassen wollen, bestimmten und von ihnen nicht aufgezehrten Mundvorräte“ (vgl. Prospekt der H. K. GA
Brasilien. Wirtschaftliche Lage im allgemeinen.
Wir haben gesehen, in wie hohem Maße Brasilien natürliche Reichtum er besitzt, die durch die Größe des Staates potenziert werden könnten. Wir mußten in geschichtlicher Ableitung zugeben, daß portugiesische Unfähigkeit, die an anderen Orten der Welt leichtere Aufgaben fand, und schlechter Wille die Kolonie Brasilien zurückgehalten hat, während der träumende Don Pedro die Kräfte des Landes nicht zu werten verstand. Wir begegneten in der Republik sich erst allmählich abklärenden Verhältnissen und einem erst in letzter Zeit zurücktretenden Nativismus. Und wir werden noch weiter sehen, wie eine falsche Wirtschaftspolitik, insbesondere eine rückständige verderbliche Verkehrspolitik die Entwicklung von Handel und Industrie hindert, statt den natürlichen, freien Reichtum des Riesenreiches in wirtschaftlichen Reichtum umzusetzen. Politisch erst spät selbständig geworden und in Kultur noch heute zurückstehend entbehrt das Land industrieller Werte zum Austausch. Es sind wertvolle Roherzeugnisse, die fast ausschließlich die Kaufkraft dieses Landes darstellen: in erster Linie Kaffee und Gummi.
Die Bedingungen haben aber angefangen, sich zu ändern, und eine starke Einwanderung und entschlossener Importkapitalismus werden dem Wirtschaftsleben Brasiliens in den kommenden Jahren eine neue Richtung geben. Der Charakter der Einfuhrindustrie, die Zunahme der Einfuhr von Eisen waren, namentlich von Maschinen, kann auch in diesem Fall als sicheres Anzeichen gelten, daß eine neue national-ökonomische Bewegung eingesetzt hat. Um ihre Wirkungen beurteilen zu können, müssen wir uns zunächst im einzelnen die heutigen Wirtschaftsformen kurz vergegenwärtigen und an Hand der Ein- und Ausfuhrzahlen weitere Betrachtungen anstellen.
Wir finden große Gegensätze grundverschiedener landwirtschaftlicher Regionen und ungleichwertiger Staaten. Vom herumstreifenden Sammler und Jäger in den unerforschten Urwäldern, der halbwilden Viehzucht auf den Savannen und Pampas oder Campos, dem Hackbau der Hochländer und Gebirgskolonisten, der deutschen Pflugwirtschaft in fruchtbaren Talgründen, der rationellen Schweinezucht, dem Weinbau der Italiener an Berghängen, den Kaffeekulturen und schließlich dem intensiven Gartenbau in dichten Bevölke-