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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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Anlage 2.

Auszugsweise Abschrift zu IV. 532. 15.

Königliches Amtsgericht.

Gegenwärtig:

Geheimer Instizrat Schröder als Richter,

Amtsgerichtssekretär Redliu als Gerichtsschreiber.

Ouedlinb u rg, den 12. Februar 1915.

Es erschien die uachbenannte Zeugin. Mit dem Gegenstände der Untersuchung bekannt gemacht, wurde sie unter Aussetzung der Beeidigung wie folgt vernommen.

Zur Person: Ich heiße Elfe, geb. Hillmer, bin 30 Jahre alt, evangelischer Religion, ich wohne in Thale a. H.

Zur Sache: Mein Mann, Wilhelm Weg euer, der früher als Oberfeuerwerker bei der Schutztruppe in Kamerun gedient hat, hatte sich im Jahre 1913 von der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Lenz L Co. in Berlin als kaufmännischer Beamter- für Kamerun annehmen lassen

Anfang September 1913 ist er mit mir nach Kamerun abgereist, wo wir Ende desselben Monats eintrafen. Wir hatten in Duala Wohnsitz genommen.

Am 28. September 1914 mittags, während mein Mann und ich die übliche Mittagsruhe hielten, erschien in unserer Wohnung ein schwarzer englischer gemeiner Soldat, der sofort in unsere Schlafräume eintrat und, da er weder englisch noch fran­zösisch noch deutsch sprechen konnte, uns durch Zeichen aufforderte, aufzustehen und mit ihm zu gehen. Wir folgten der Aufforderung, es wurde uns aber nicht einmal Zeit ge­lassen, uns ordentlich anzuziehen. Der Soldat verließ nicht einmal den Raum, als ich aufstand und mich ankleidete, sondern blieb mit aufgepflanztem Bajonett im Zimmer Ich konnte ihm auch nicht klarmachen, daß er sich einstweilen entfernen solle, da eine Verständigung darüber mit ihm nicht möglich war. Der Soldat drängte dermaßen zum Fortgehen, daß wir auch nicht das Nötigste mitnehmen konnten/ es wurde uns nicht einmal erlaubt, das auf dem Tische im Wohnzimmer liegende Geld und Schmucksachen mitzunehmen.

Auf der Straße vor dem Hause stand ein englischer Offizier, bei dem ich mich über die Behandlung durch den Soldaten beschwerte, insbesondere darüber, daß dieser uns nicht einmal Zeit gelassen hatte, uns ordentlich anzuziehen. Der Offizier erwiderte, das habe nichts auf sich, wir sollten nur mitgehen, wir würden bald wieder nach Hause gehen können, es sollten nur unsere Namen im Hospital festgestellt werden. Inzwischen waren noch mehrere Weiße aus ihren Wohnungen abgeholt worden, mit denen wir dann in einem größeren Trupp, der von bewaffneten Schwarzen begleitet wurde, unter dem Höhnen und Grinsen der Duataneger ins Hospital geführt wurden Im Hospital wurden wir vor englische und französische Offiziere geführt. Es wurde uns bekannt- gemacht, daß wir Kriegsgefangene seien und in einer halben Stunde auf einen Dampfer gebracht werden sollten. Mein Mann trat hierauf an den englischen