Kamerun
Anlage 1.
Auszugswüse Abschrift zu ^.. IV. ltlll. 15.
Königliches Amtsgericht.
Erefeld, den 6. März 1915.
Gegenwärtig:
Amtsgerichtsrat S ch m i tz als Richter,
Fustizanwärter Flieger
als Gerichtsschreiber.
Es erschien, um als Zeuge vernommen zu werden, Frau Assessor vi-. Dix, jetzt Erefeld/ Bismarckstraße 113, und erklärte zur Person: Ich heiße Maria geb. Kersten- Frings, bin 30 Jahre alt, katholisch.
Zur Sache: Ansang Juni bin ich mit meinem Mann nach Duala gekommen. Dort wurde mein Mann dem Bezirksamtinanil zugeteilt. Am gleichen Morgen fanden die Verhandlungen an Bord der statt zwischen dem Bezirksamtmann Wieneke
und Oberleutnant Noth naget und meinem Mann deutscherseits und General vodell mit seinem Stäbe auf englischer Seite. Die mit General Dodoll vereinbarten Bedingungen der Übergabe waren folgende:
Oobell erkannte die ehrenvolle Übergabe des Kreises Duala an mit 1,5 lcnr Umkreis an der Nordbahn und 3,5 km Umkreis an der Mittellandbahn oder umgekehrt. Es wurde vollständiger Schutz des Privateigentums zugesichert sowie beste Behandlung der Weißen, insbesondere der Frauen und Kinder.
Während ich bis Sonntag in Deido geblieben war, fuhr ich Montag nach Duala unter Zurücklassung meines ganzen Gepäcks, das mir in einem Wagen nachgebracht werden sollte. Da ich malariakrank war, mußte ich mich sofort niederlegen. Mein Mann schrieb mir, wenn ich nicht zu krank sei, möchte ich in den Hospitalgartcn kommen, da die Engländer ihn nicht losließen. Ich eilte von innerer Unruhe getrieben zu meinem Mann. Als ich zu meinem Mann kam, sagte er mir, es wäre gut, daß ich da sei, in einer Viertelstunde ginge es aufs Schiff. Fn dem Hospitalgarten war eine große Anzahl von Europäern. Das ganze Anwesen war von Negcrsoldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr umstellt. Wie es hier zuging, dafür will ich einige Proben geben:
Mein Mann wurde von einem Negersoldaten mit dem Gewehrkolben in den Rücken gestoßen, und obwohl dies die englischen Offiziere sahen, schritten sie nickt ein. Als mein Mann sich dann beschwerte, zuckten sie nur mit der Achsel.
Da ich infolge meines Leidens mich sehr angegriffen fühlte, was man mir auch ansehen konnte, wollte ich mich auf einen freien Stuhl seyen. Ein schwarzer Soldat hinderte mich aber daran. Erst nach längeren Verhandlungen durste ich mich setzen.
Da wir aufs Schiff sollten, bat ich, nach .Hause gehen zu dürfen, um einen Koffer mit den nötigsten Gegenständen zu holen. Es wurde mir jedoch nicht erlaubt. Zch will hier noch einfügen, daß die meisten Anwesenden, so auch mein Mann, von morgens an nichts gegessen und auch nichts getrunken hatten. Kurz nach 4 Uhr wurden