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wv Ende April 1915 eine Anzahl Männer und Frauen drei Wochen lang untergebracht war und trotz täglicher Bitten erst zum Schluß Moskitonetze erhielt (Kamerun, Anl. 95).
II.
Die Waschgelegenheiten in den Unterkunftsstellen der Gefangenen waren vollständig unzureichend. Ein oder zwei Waschschüsseln dienten für alle Gefangenen, dazu war das Wasser sehr knapp. Die Waschgelegenheit im Hofe des Faktoreianwesens der Baseler Missions-Handlungs-Gescllschast, dem größten Gefangenenlager, konnte von außen durch die Eingeborenen eingesehen werden (Kamerun, Anl. 20, 69, 73, 74, 99). Die Gefangenen wurden einzeln durch schwarze Wachen zu dieser Waschgelegenheit geführt (Kamerun, Anl. 99).
III.
Die Verpflegung war schlecht und von ungenügender Menge. Sie bestand aus wurmstichigem Schiffszwieback, schimmligem und schlecht gebackenem Brot, verdorbenen Heringen und Sardinen, minderwertigem, zum Teil faulem Fleisch und Tee (Kamerun, Anl. 16, 20, 62, 63, 64, 65, 68, 69, 73, 74, 91, 94, 99).
Als Trinkwasser wurde unsauberes, angekochtes Wasser gereicht (Kamerun, Anl. 20, 65).
IV.
Die Gefangenen wurden sowohl von feiten des weißen wie des schwarzeil Auf- fichtspersonals roh und willkürlich behandelt (Kamerun, Anl. 71, 73, 91, 95). Schwarze Soldaten stießen sie mit dem Kolben (Kamerun, Anl. 20, 99), selbst weiße Unteroffiziere und Soldaten belegten sie mit erniedrigenden Lchimpfworten (Kamerun, Anl. 20, 69, 75).
Der gefangene Leutnant Ried, der krank ins Lager gebracht wurde, erhielt aus seine Bitte, ins Hospital aufgenommen zu werden, vom englischen Arzt die Antwort, im Hospital sei nur Platz für Engländer und Franzosen (Kamerun, Anl. 95).
Besonders waren es die politischen Offiziere ?orv1 und 81ow1^, welche bei der Aufsicht über die Gefangenen sie grob anließen, beschimpften und durch unwahre Mitteilungen ängstigten (Kamerun, Anl. 73, 91, 95). kowl beantwortete eine bescheidene Bitte mit den Worten'. »Sie wollen mich um etwas bitten, meine Pflicht wäre es, alle Gefangenen erschießen zu lasten» (Kamerun, Anl. 69).
Trotzdem forderte korvl von Gefangenen, die nach Fernando Po entlassen wurden, eine schriftliche Erklärung, sie seien einwandfrei behandelt worden. Als sie sich weigerten, drohte er, die nächsten Gefangenen würden noch viel schlechter behandelt werden.
Leutnant LIo^vl^ hat Bitten und Beschwerden von Frauen mit dem Hinweis auf Belgien oder der Drohung, sie würden in Einzelhaft in das Negergefängnis gebracht, abgetan (Kamerun, Anl. 95).
6. Transport nach England auf den englischen Dampfern -Dokocha».
»klmina«, »6atlmr8t«, »Loulama«, )0bua8i«, »Hppam«, »HkaNa«,
»l^aurentic«.
I.
Die Unterbringung auf den Dampfern, durch welche die weiße Bevölkerung aus Kamerun und Togo kiicgsgefangen nach England verbracht wurde, war äußerst mangelhaft. Auf der kleinen ->I.oko(1ja«, die nur eine Kabine besaß, winden 300 Personen, Männer, Frauen und Kinder, verschifft. Die Frauen und Kinder mußten in einem