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II.
Einzeldarstellung.
1. Togo.
Lome.
1. Das englische Kommando hat alsbald nach der Besetzung Lomes, am 7. August 1914, und in den folgenden Tagen die Männer und Frauen der am Kampfe unbeteiligten deutschen Bevölkerung mit wenigen Ausnahmen als Kriegsgefangene unter Bewachung schwarzer Soldaten nach der englischen Goldküste weggeführt. Dabei wurde den Ge- fangenen nicht Zeit zum Packen ihrer Sachen gegeben. Sie waren gezwungen, einen großen Teil ihrer Habe ohne Schutz in ihren Wohnungen zurückzulassen (Togo, Anl. 1, 2, 3, 4, 12).
2. Schon in der ersten Nacht nach der Besetzung Lomes begannen die Eingeborenen von Englisch- und Deutsch-Aftahn und Be und Umgebung sowie die farbigen englischen Soldaten und Träger und der im Gefolge der englischen Truppen befindliche Troß die verlassenen Geschäfte und Wohnhäuser zu plündern (Togo, Anl. 2, 6, 7).
3. Dem Leiter der Südamerikanischen Kabelgesellschaft, Fahnke, wurden von den durchziehenden englischen Truppen Küchengeräte, Bettwäsche, Moskitonetze weggenommen. Eine Beschwerde bei dem englischen Oberkommandantcn nützte nichts (Togo, Anl. 5a).
4. Zwei farbige englische Soldaten wurden in Lome von einer deutschen Be- amtenfrau ertappt, als sie aus dem Erdgeschoß eines Beamtenhauses heransstiegen. Bei der darauf vorgenommenen Durchsuchung des Hauses fehlten verschiedene Sachen. Die Fenster des Hauses waren eingeschlagen und die Matratzen halb aus den Fenstern herausgezogen (Togo, Anl. 2, 13).
5. Die englische Militärverwaltung hat in Lome Deutschen gehörige Kisten und Koffer, die im amtlichen Magazin unter englischer Kontrolle aufbewahrt lagen, erbrochen und durchsucht. Hierbei wurde alles durcheinander geworfen, Geschirr und Gläser wurden zerbrochen, Wäsche, Kleider, Bücher beschmutzt. Da nichts wieder in die Kisten und Koffer zurückgepackt wurde, find wertvolle Sachen abhanden gekommen. Die Frau des Rase-Kommandanten Lkttin^tou, die als Note-Kreuz-Schwester in Lome tätig war, ist dringend verdächtig, ein dem Oberstabsarzt Dr. Zupitza gehöriges Teeservice an sich genommen zu haben (Togo, Anl. 2, 5a, 6, 7, 8).
6. Frau LettinKton, die eine Zeitlang die Verpflegung der englischen Offiziere in Lome unter sich hatte, »kaufte in den herrenlosen Faktoreien freihändig ein« (Togo, Anl. 2).
7. La86-Kommandant LettiuStou und Fran fuhren von Lome nach Accra mit 60 bis 70 Lasten zurück, die zum größten Teil aus Lebensrnitteln und Getränken bestanden und aus deutschen Faktoreien in Lome herrührten (Togo, Anl. 2, 5 a, 56).
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