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L. Gebiet der Küste von Südkamerun.
I.
Am 30. Dezember 1914 landeten Truppen der verbündeten feindlichen Streit- kräfte in Longji, erbrachen nnd plünderten mit Wissen der europäischen Führer die Faktoreien und schifften sich unter Mitnahme der aus den Faktoreien entnommenen Gegenstände wieder ein, um nach Kribi zurückzukehren (Kamerun, Ant. 26, Ziff. 6).
II.
In Plantation haben die Engländer der Hamburg-Afrika-Gesellschaft Elfenbein im Werte von 20 000 Proviant im Werte von 8 000 ^ sowie andere Sachen weggenommen und ein dem Generalbevollmächtigten der Firma gehöriger Wagen zerstört (Kamerun, Ant. 47).
III .
In Kribi haben schwarze französische Soldaten kirchliche Gebäude und Einrichtungen entweiht und beschädigt. Sie drangen in die katholische Kirche ein, stiegen auf den Altar, holten die Kerzen herunter, nahmen aus den Schränken die kirchlichen Gewänder und verteilten sie unter sich (Kamerun, Anl. 97).
IV.
Die deutschen Kaufleute Lehning und Arms hatten Anfang März 1915 auf ihrer Reise von Kamerun nach Bata im spanischen Dorfe Ayameken, nahe der Grenze zwischen Kamerun und Spanisch-Muni, Nast gemacht. Nach ihnen wurden aus dem englischen Lager auf der Dipikapstanzung am Campofluß farbige Soldaten mit ortskundigen Eingeborenen aus Ayameken ausgesandt. Am Morgen des 9. März wurden die beiden Deutschen von diesen hinterlistigerweise überfallen, gebunden und darauf von den englischen Soldaten durch Schüsse tödlich verwundet. Dann wurden ihnen von den Eingeborenen mittels Messern und Speeren noch weitere Wunden beigebracht. Die Leichname wurden ihrer Kleider, Papiere, des Bargeldes und der Effekten beraubt und, nachdem ihnen von einem englischen Soldaten die linke Hand und ein Ohr abgehauen waren, liegengelassen Die abgehauenen Körperteile samt den geraubten Sachen nahmen die englischen Soldaten mit und brachten sie als Beweisstücke für ihre Tat vor ihre Vorgesetzten (Kamerun, Anl. 77, 78, 79).
Sammellager von Duals.
1 .
Die englisch-französischen Streitkräfte benutzten Duala als Sammelpunkt für die aus Kamerun zusammengetriebenen, am Kampfe unbeteiligten deutschen Männer, Frauen und Kinder. Viele von ihnen hatten bloß dasjeuige mit sich, was sie auf dem Leibe trugen, andere hatten einen oder mehrere Koffer mit Inhalt zu retten gewußt (Kamerun, Ant. 65, 67, 69). Soweit sie Bargeld besaßen, wurde es ihnen bis auf 100 ^ abgenommen, teils gegen Bescheinigung, teils ohne solche (Kamerun, Anl. 20). Wochenlang mußten sie in ihren Gefangenenlagern, von schwarzen Soldaten streng bewacht, verbleiben. Die Schlafgelegenheit in den Lagern war selbst für Frauen mangelhaft. Für die zum Teil auf den Fußboden gelegten dünnen Matratzen gab es keine Bettwäsche und keinen Moskitoschutz (Kamerun, Anl. 71). Für Männer fehlte es überhaupt an Betten, Stroh, Kissen und Decken (Kamerun, Anl. 20, 94). Geradezu unerträglich war die Moskitoplage auf den im .Hafen von Duala liegenden »Hans Woermann«,