Auf der Pflanzung in Mokundange wurde das Wohnhaus geplündert und aus dem Lager Petroleum und Fleisch fortgenommen (Kamerun, Aul. 57).
Dem Pflanzer Holm in der Nähe der Missionsstation Engelberg ist, während ihn eine englische Abteilung auf seiner Pflanzung festnahm, sein ganzes Warenlager im Werte von 2000 ausgeraubt worden. Der englische Kaufmann Nueuul^, der in die englische Truppe eingetreten war und früher öfter die Gastfreundschaft des Holm genossen hatte, nahm ihm 70 KZ- Elfenbein weg, ohne ihm trotz Ersuchens eine Bescheinigung auszustellen (Kamerun, Aul. 69).
Fünf schwarze englische Soldaten begaben sich im Laufe des Dezember 1914 mit einer größeren Anzahl Eingeborener des Bakingele Batockidorfes nach der am Kamerun - berg gelegenen Pflanzung Bomana, um die dort befindliche Nindviehherde nach Viktoria wegzutreiben Sie bemächtigten sich der Viehherde gewaltsam. Als der inzwischen herbeigecilte Pflanzungsleiter die Rückgabe des Viehes forderte, drohten sie zunächst mit schußbereiten Gewehren. Schließlich gelang es ihm aber durch sein energisches Auftreten, die Rückgabe der Herde durchzusetzen. Bald darauf kamen englische Offiziere und nahmen 9 ausgesuchte Stücke der Herde weg, wobei sie trotz des Mindestschlachtwertes von 120 ^ nur 2 Pfund Sterling für das Stück zahlten (Kamerun, Aul. 57).
c. Gebiet der Nordbahn.
1.
Der schweizerische Staatsangehörige I)i-. Haeberlin, praktischer Arzt in Makka, verließ am 1. Oktober 1914 beim Herannahen der englischen Soldaten sein Besitztum mit Frau und Kind, nachdem er zum Schutz seines Wohn- und Krankenhauses auf beiden Häusern die Rote-Kreuz-Fahne aufgezogen und 5 zuverlässige Eingeborene als Wächter bestellt hatte. Die englische Abteilung, die am gleichen Tage Makka besetzte, verjagte die Wächter, plünderte Wohnhaus und Krankenhaus und gab darauf beide Häuser den Eingeborenen preis (Kamerun, Aul 62).
II.
Als die Engländer Anfang Dezember 1914 in die Rahe der Missionsstation Rdunge kamen, baten die Missionare, ihre dortige Arbeit fortsetzen zu dürfen. Sie wurden aber gezwungen, noch in später Nacht in das etwa eine Stunde entfernte englische Lager zu marschieren. Am andern Morgen verbot ihnen der Kommandant die Rückkehr nach ihrer Station und ließ sie als Kriegsgefangene der gegen die Deutschen in Rkongsamba marschierenden englischen Truppe folgen. Der Marsch war sehr beschwerlich, da die Missionare für ihn nicht vorbereitet waren und keinen richtigen Schutz gegen die Tropensoune hatten, auch nicht genügende Nahrung erhielten Unterwegs mußten sich ihnen ein weiterer Missionar und vi'. Haeberlin als Gefangene anschließen. Während eines Gefechts wurden sie nahe der feuernden Geschütze aufgestellt. Nachts mußten sie unter freiem Himmel auf der Erde schlafen.
Später wurden sämtliche Angehörigen der Missionsstation Ndunge, darunter auch Frauen und Kinder, als Kriegsgefangene nach Duala abgeführt (Kamerun, Aul. 62, 66).
III .
In Bare wurde am I I. Dezember 1914 eine größere Zahl am Kampfe unbeteiligter Männer und Frauen aus dem Gebiete der Nordbahn zu Kriegsgefangenen gemacht. Während sie zum Abtransport vor dem leitenden englischen Offizier antreten