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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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7. Am 28. September 1914 haben englische Soldaten die zur Bewachung der Faktorei der Deutsch-Westafrikanischen Handelsgesellschaft in Akwa aufgestellten Krujungen vertrieben und aus dem Wohnhause der Gesellschaft alles Bewegliche fortgeschleppt.

Auf dem dieser Gesellschaft benachbarten Grundstück der Deutschen Kautschuk« Aktien-Gescllschaft wurde am 29. September 1914 die Faktorei ausgeplündert und das Wellblech von den Dächern fortgeschleppt. Sodann wnrden die Baulichkeiten nieder­gebrannt (Kamerun, Anl. 19).

8. Am 28. und 29. September 1914 wurden in Bonaberi deutsche Wohnungen und Faktoreien von schwarzen englischen Soldaten unter Führung von weißen Unter- offneren und einem in Duala ansässigen englischen Kaufmann, namens Hill, geplündert. Selbst weiße englische Soldaten haben Sachen aus diesen Faktoreien fort­getragen (Kamerun, Anl. 22, 32).

XIV.

. Mitte Oktober 1914 wurde das Besitztum der Pallotiner Mission in Deido beschlagnahmt. Den Vatern und Brüdern dieser Mission wurde an Bord der »Kamerun« ihr persönliches Eigentum weggenommen (Kamerun, Anl. 26, Ziff. 2).

XV.

Der bei Nsanakang in Kriegsgefangenschaft geratene Leutnant Ltretlou nahm während der vorübergehenden Besetzung Nsanakangs zwei in einem verschlossenen Koffer verwahrte goldene Ringe des Zollbeamten Steiner von Nsanakang an sich, trug sie und verweigerte ihre Herausgabe, als der Eigentümer nach dem Gefecht sie verlangte (Kamerun, Anl. 26, Ziff. 4).

ö. Gebiet des Kamerunbergs.

1 .

In dem hoch am Kamerunberge gelegenen Buea hatten auf Weisung des Gouverneurs etwa 80 Frauen, 30 Kinder und eine Anzahl am Kämpfe nicht beteiligter Männer ein Unterkommen gefunden. Mitte November 1914 brachen die englischer» Streitkräfte mit Tausenden von schwarzen Soldaten, Trägern und zahlreichen Kanonen dort ein Die meisten Bewohner mußten sofort ihre Wohnräume verlassen und sich in wenigen Wohnungen zusammendrängen (Kamerun, Anl. 38, 40).

1. Die Frau des ersten Referenten, Füll, mußte, um einem englischen Offizier Platz zu machen, ihr Wohnhaus am 15. November 1914 mit ihren Kindern und deren Erzieherin innerhalb einer Stunde mit dem Wenigen, was sie zusammenpacken konnte, verlassen Schon während die beiden Frauen packten, begannen die englischen Soldaten zu stehlen. Das Küchcngeschirr konnte nicht'in Sicherheit gebracht werden, weil die Soldaten bereits davon Besitz ergriffen hatten und es nicht wieder he» ausgaben. Auch eine Handtasche mit 50 ^ wurde entwendet. Obwohl davon einem englischen Major- Anzeige erstattet wurde, geschah nichts (Kamerun, Anl. 43, 48).

2. Zwei Oberbeamte, die ihr Wohnhaus englischen Offizieren hatten überlassen müssen, ließen ihre Koffer verschlossen in der Obhut der Offiziere in der Wohnung zurück. Beim Abzug der Offiziere fanden sich die Koffer erbrochen und der darin auf­bewahrten enropäiscben Winterkleider, Wäsche, Bilder und sonstiger wertvoller Sachen beraubt. Später wurde das Hans vollkommen verwüstet/ Fenster mit Rahmen und