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VIII. Die Staaten und Kolonien.
übrigen Kaufleute 152,574, 1893: 182,860 Mark, so daß Deutschland voll den: angegebenen Gesamthandelswert von 1892: 2,070,265 Mark volle 1,144,417 Mark, also weit über die Hälfte, beansprucht, mährend Englands Posten nur 580,000 Mark beträgt. Außerdem beweisen diese Zahlen ein Altsteigen des deutschen, einen Rückgang des nichtdeutschen Handels. Dieses Überwiegen des deutschen Handels spricht sich auch in der Zahl der in Apia verkehrenden Schiffe aus, deren es 1889 unter 235 eingelaufenen 178 deutsche waren. Ebenso betrug die Höhe der Einfuhrzölle in: Jahre 1892 für die Deutschen 56,496 Mark, für die Engländer dagegen nur 12,772 und für die Amerikaner 9158 Mark.
Der Schiffsverkehr drängt sich irr Apia zusammen. Ihm gegenüber weisen die übrigen Häfen, voit denen als die bekanntesten erstens der sehr gute, den Amerikanern überlassene und ihnen als Kohlenstation für die Linie Sän Francisco-Auckland dienende Hasen Pago-Pago auf Tutuila und zweitens Saluafata auf Upolu aufzuführen sind, einen nur ganz geringen Verkehr aus. Bei der vorherrschenden Bedeutung deutschen Handels auf Samoa ist die baldige Errichtung deutscher Schutzherrschaft über die Inselgruppe zu erwarten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden hier etwa noch notwendige Opfer an Menschen und Geld nicht umsonst gebracht werden, denn Samoa ist scholl an und für sich ein überaus fruchtbares Land, gehört aber seiner Weltlage nach zu den für die Zukunft bestgelegenen Gebieten. Ist es doch, zwischen Nordamerika und Australien, zwischen Südasien und Südamerika mitten inne gelegen, dazu berufen, eine wichtige Anlaufstation für Handelsschiffe abzugeben. Außerdem liegt es im Zentrum Polynesiens, für das es schoir einmal der Ausgangspunkt der Wanderung der Hawaiier nach ihrem Jnselreich und der Maori nach Neuseeland gewesen ist.
3. Die MepuMK Kawari.
Die gegenwärtige Republik, bis 1894 das Königreich Hawaii, ist die größte noch selbständige Staatenbildung der Südsee, aber eine Gründung allerneuesten Datums, voll deren Dauer man sich nicht viel verspricht. Dach war auch das Königtum auf Hawaii keine alte Einrichtung, sondern entstammte erst dem Jahre 1795, als der große Häuptling von Hawaii die Inseln des Westens, Oahu vor allen, eroberte und das Königtum der Hawaii-Inseln begründete. Dieses hat sonach gerade ein Jahrhundert bestanden, innerhalb dessen acht Herrscher, darunter fünf des Namens Kamehameha, aufeinander folgten.
Vor deill Jahre 1795 und wahrscheinlich seit den Zeiten der Einwanderung der Hawaiier ill ihre Inseln, die in das 6. Jahrhundert nach Christus gesetzt wird, bestanden eine Reihe voll einander oftmals bekriegenden Fürstentümern, deren Fürsteil sich den Ausbau der wirtschaftlicheil lind religiösen Einrichtungen angelegen sein ließen und während eines Jahrtausends nur einmal mit den übrigen polynesischen Inseln in längere Berührung gekommen sind: im 11. Jahrhundert. Die Vertreibung polynesischer Einwanderer aus den Fidschi-Inseln versetzte damals ganz Polynesien iil Erregung und führte unter anderem auch zur Einwanderung samoanischer Priester auf Hawaii, die hier das Tabu einführten. Als Gegenbeweguug dazu galten die Reisen hawaiischer Fürsten und Priester nach den Kahiki-Juseln, die man wohl auch ill der Samoa-Gruppe suchen lllllß. Nachdem diese Periode der Reisen vorüber war, entwickelten die Hawaiier die Kultur ihrer Inseln fort, legten besonderen Wert auf die Anpflanzung der wichtigsten Nahrungspflauze, Tarö (s. Abbildung, S. 239), und gerieten mehr und mehr unter die Macht der Priester und Häuptlinge, die unter anderem die Tabu-Vorschriften verschärften und Menschenopfer einführten. Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert dauerten sodann die Kämpfe zwischen den einzelnen Inseln, namentlich Hawaiis gegen die übrigen, da schon im 14. Jahrhundert die Häuptlinge voll Hawaii