Die Republik Hawaii. — Die Neuen Hebriden.
365
alles auf Hawaii, mit Blumen geziert, so daß der Gesamteiudruck durchaus anmutig ist. Die Vorliebe der Hawaiier für Blumen und Blumenzucht geht durch alle Inseln hindurch, doch riechen die Rosen Hawaiis nicht, wahrend sonst häufig lieblicher Blumenduft von den leisen Lüften Honolulus weit hinaus auf die See getragen wird. Deutsche sind häufig und angesehen in Honolulu, denn zu ihnen zählen die wohlhabendsten Kaufleute und Plantagenbesitzer. Beliebte Ausflugspunkte sind Waikiki an: palmenreichen Strande vor dem Signalberg Diamond Head, einen: alten Krater, und das reizende Thal Nuuanu, das man nach Durchschreitung des vornehmen Villenviertels vor: Honolulu auf schattigem Wege erreicht (vgl. S. 177).
Die übrigen Ortschaften Oahus sind unbedeutend und enthalten zusammen nur etwa ein Drittel der Einwohner Honolulus.
Schön ist auch Hilo an der Nordostküste von Hawaii, eiue 1000 Einwohner zählende Gartenstadt, der in: August 1877 die große Flutwelle des peruanischen Erdbebens verhängnisvoll geworden ist. An: inneren Ende der Waikea-Bucht belegen, ist es fast europäisch geballt und mit vier Kirche::, vier Schulen, weißen Holzgebäuden an: Strande und vielen Hütten der Eingeborenen ausgestattet, die in: Schalten der hohen Bäume liegen; auch hier sind Häuser und Hütten mit Blumen und Schlingpflanzen bedeckt. „Die Lage von Hilo", bemerkt Marcuse (,Die Hawaiischen Jnseliü), „ist entzückend schön. An den Abhängen des Manna Loa zieht sich die Stadt hin, eingehüllt ii: die üppigste tropische Vegetation; Mangobäume, Banauen und hohe Bambus- stauden erfreuen das Auge. Gegenüber von Hilo auf der östlichen Seite der Bucht liegt die reizende Kokospalmen-Jnsel, in: Hintergründe ragen die majestätischen, häufig mit Schnee bedeckten Gipfel des Manna Kea und Manna Loa hervor. Sechs größere Straßei:, mit zahlreiche:: schönen Wohnhäusern geschmückt, durchziehen die Stadt." — Die übrigen Ortschaftei: sind unbedeutend, doch kommt der Hafen Mnhukona wegen des fruchtbaren Hinterlandes, des Plantageugebietes vor: Kohala, allmählich auf.
Auf Maui ist Lahaina der wichtigste Platz, Molokai entbehrt größerer Ortschaften, Lanai und Kahulawe überhaupt zusammenhängender Dörfer, während Kaum, eiue großenteils von Deutschen besiedelte Insel, wegen ihrer Fruchtbarkeit berühmt ist, 72 Zuckerplautagen trügt und als der Garten Hawaiis gilt. In den fruchtbaren Alluvialebenen ai: der Mündung der aus den: Gebirge kommenden Flüsse liegen Waimea und Koloa in: Süden, Hanalei in: Norden, mit guten Häfen, inmitten von üppigster Vegetation, Orangen, Nebel:, Kokospalmen, Oliver:, Rosen, Magnolien, Mangos, Brotfruchtbäumen, Feigen und Platanen: eine herrliche Szenerie.
4. Die Neuen Kebriden und Santa-Kruz-Inseln.
Für die bisher noch nicht unter europäische Botmäßigkeit gebrachten Inselgruppen der Neuen Hebriden und Santa-Cruz-Jnseln gilt in: allgemeinen in politischer Beziehung eiue Zersplitterung in einzelne Stämme unter vielen Häuptlingen, die miteinander oft in Fehde liegen, und ein so völliger Mangel an staatlicher Organisation, daß sich die Herrschaft der Häuptlinge augenscheinlich oft nur über wenige Dörfer erstreckt. Auf den Landban wird ziemlich viel Sorgfalt verwendet, die Fischerei eifrig betriebe:: und auch dein Handel Aufmerksamkeit zu-' gewendet. Leider sind aber gerade die Neuen Hebriden durch Menschenraub so mitgenommen, ihre Bewohner so aufgereizt worden, daß hier der Handel nur mit Schwierigkeit betriebet: werdet: kann.
Nachdem in: Jahre 1886 zwei Inseln der Neuen Hebriden durch Frankreich besetzt worden waren, erhob England Einspruch und erzielte 1887 das Abkommen von: 27. November, wonach eiue gemischte englisch-französische Kommission beauftragt wurde, über Leber: und Eigentum der