Die Hawcmer.
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Abbildung, S. 340), schmückte sie mit Federn und Haifischzähnen, opferte zu ihren Ehren Menschen und Schweine und brachte sie dann in den heiligen Häusern neben dem Tempeln unter. Diese Tempel unterschieden sich in solche des Gottes Ku und des Gottes Lono. Jene hatten einen höheren Rang, wurden auf den Küstenhügeln errichtet, nur von Königen erbaut und in zwei wöchentlichen Festen eingeweiht, wobei Menschenopfer dargebracht wurden; die Tempel des Lono waren kleiner, wurden ohne Menschenopfer geweiht, von niederen Häuptlingen gestiftet und unterlagen nicht den strengsten Tabu-Vorschriften. Die Größe der Tempel betrug gewöhnlich 70 zu 30 m, die Dicke der Mauern 4 m, die Höhe bis 6 m. „Auf der Südseite befand sich", so berichtet Marcuse (,Die hawaiischen Inseln') über diese merkwürdigen Tempel, „ein abgeschlossener Hos, wo das Hauptgötzenbild, umgeben von einer Zahl kleinerer, aufgestellt war. Im Mittelpunkt dieses inneren Hofes stand ein durchbrochener, obeliskenartiger Holzturm, in welchem der Priester sich aufstellte, sobald ihn der König nach dein Rate der Götter befragte. An: Eingang zu diesen: Hofe stand der Altar, Lele, auf welchen die geopferten Menschen oder Tiere gelegt wurden, nur daselbst zum Vermodern: liegen zu bleiben. Auf der mittelsten Steinterrasse stand das Grashans, das der König während der Tabu-Perioden bewohnte; auf der Nordseite befanden sich die Wohnungen der Priester. Die umgebenden Steinwälle waren mit häßlicher: und häufig sogar obscönen Götzenbildern n: verschiedener: Former: und Größen besetzt."
Außerderr: gab es besondere Tempel, Puuhonua, ir: denen alle Verfolgter: und Verbrecher eine Zuflucht und Straflosigkeit ihres Verbrechens fanden; das bedeutendste dieser Asyle lag auf Hawaii, ein anderes auf Oahu, ein drittes aus Lanai. Der Dienst ir: aller: Tempeln war wegen der zahlloser: zeitraubenden Gebete und der Menschenopfer schwer, doch durfte auch der König solche darbringen. Die Menschenopfer scheinen recht zahlreich gewesen zu sein, wie aus der Nachricht zu schließen ist, daß bei Einweihungen neuer Tempel die Bevölkerung in die Berge floh; abgeschafft wurden sie erst 1807. Die Opfer wurden aus den Kriegsgefangenen und der: Übertretern der Tabu-Vorschriftei: genommen.
Viel mehr als an der: höherer: Priestern und größerer: Lehren der Religion hing das Volk selbst ar: den niederer: Priesterklasser: und dem vor: diesen geforderter: Aberglauben; ist doch die Thätigkeit dieser Leute noch heutigestags nicht völlig ausgerottet. Sie steht insofern ungefähr auf der Stufe des Scharnanentums, als Beschwörung vor: Krankheitei: und Übeln Einflüssen sowie die willkürliche Bezeichnung des angeblichen Urhebers eines einen: anderer: widerfahrenen Unglücks auch auf Hawaii die hervorragenden Obliegenheitei: der Zauberer waren. Ihre Aufgabe war aber nicht nur die. Schaden abzuwenden, sondern auch solcher: zu stiften und vor: dem Gott Uli geradezu der: Tod anderer Personen zu erflehen, was auch ir: nicht seltenen Füller: gelang, wenn der also Bezeichnete aus bleicher Furcht vor dem böser: Geiste langsam zu Grunde ging. Es karr:, wie bei vieler: Naturvölkern, vor allen: daraus an, irgend ein Strick vorn Körper der zu Schädigender: ir: die Gewalt der Zauberer zu bringen.
Irr: übrigen verstanden die Kahunas gervisse chirurgische Operationen, ordneten Dampfbäder an, kannten heilbringende Kräuter, deuteten Träume und besaßen nicht unbedeutende astronomische Kenntnisse, die ihnen zu angesehenen Stellungen am Hofe verhaften.
3. Are Küdpol'ynesier: Are Wcrorr.
Die Maori sind deshalb eir: besonders interessanter Stamm, weil sich hier auf Neuseeland Polpnesier ir: mancher Beziehung eigenartig entwickelt Haber:. Sie kamen aus einem Lande Ha- waiki, womit wahrscheinlich die Samoa-Jnseln gemeint sind, weirn sich auch dieser Name auf eirre Reihe verschiedener Inseln beziehen kann. Etwa um die Zeit des 13. Jahrhunderts landeten die