Zeitschriftenband 
[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen
 

Die Koralleninseln. Neuseeland.

261

Schale des Tieres sich bewegenden Stacheln zu beobachten, ganz ähnlich wie die Beine eines Tansendfüßlers sich beim Gehen zeigen, indem diese kleinen Borstenstacheln nicht alle auf einmal und nach derselben Richtung sich bewegen, sondern an verschiedenen Stellen in anderen Zeitungen sich aufrichten und niederlegen. Von zweischaligen Mollusken ist besonders bemerkenswert die Perlmuschel MeleaZwina nmi-Mritiksra. />.), die an den Ellice-Inseln, in den Gewässern der Fidschi- und Paumotu-Gruppe vorkommt, aber an den Küsten Samoas fehlt; sie liefert den Eingeborenen die Fischangeln und ist daher für sie von Wert. Austern und LxonäMs, von Gastropoden Nitrn pupulis, sowie kleine Oonus-, Triton- und Oeritliinm-Arten finden sich auch in Lagunen mit ärmlicher Fauna."

Seltener ist schon die Vriäaena Aig'ns, eine Riesenmuschel, die durch ihren gelben Schalen- rand und den prachtvoll blau und braun gefleckter: Mantel auffüllt. Sie liegt nicht frei an: Riffe, sondern stets mit dem Brffsus (s. die Abbildung der 1. mutien, S. 260), einen: Bündel seiden­artiger Fäden, ar: die steinige Grundlage festgeheftet und ist oft so vor: Korallen überwuchert, daß nur die klaffende Schalenspalte die Anwesenheit des Tieres verrät. Ihre Muskelbewegungen sind so energisch, daß zwischen die Schale gebrachte Finger leicht zerquetscht werden. Die Ein­geborenen, die das Tier gern essen und seine Schaler: zu allerlei Schmucksachen und Geräten ver­arbeiten, sammeln es mit solchen: Eifer, daß es ar: vielen Inseln schon selten ist. Meerwürrner vor: raupenähnlicher Gestalt erregen mit ihrer: haarähnlichen Borsten, die in der Harrt stecken Kleiber:, dem Berührenden heftiges Jucken; in den Lücken der harten Korallenblöcke sitzen mit einem langer: Stiele angeheftet Rankenfüßer, Cirripedien.

4. Die neuseeländische Subregion.

Die letzte Subregion der australischen Region, die Neuseelandgruppe, wirkt durch die selbst für australische Verhältnisse auffallende Armut ihrer Fauna so eigenartig, daß sie mehr als irgend eine andere der Südseegebiete auf Isolierung deutet. In der That besaß Neuseeland außer den beider: Fledermäusen Leotoxliilus tubsreulatus und NMaeinn tulwrenluta nur die Waldratte (Kiore), die, wie auch der ueuseeländische Hund (Kararehe), vor: der: Maori bei ihrer Einwanderung eingeschleppt worden seir: kann. Weiter findet sich noch ein fischotterähnliches, von den Maori Waitoreke genanntes Tier ir: der: Gewässern der mittleren Teile der Südinsel, und ar: den Küsten Häuser: Wale, Delphine und Robben, die leider infolge umfangreicher Jagd immer seltener werden. Selbst der Seebär (Kekeno) stellt sich ir: größerer Zahl nur noch irr: äußerster: Südwester: der Südinsel ein.

Dagegen ist eine Anzahl Säugetiere vor: der: Europäern eingeführt worden, unter denen das Schaf wegen der jetzt sehr ausgebreiteter: Wollproduktior: das wichtigste Säugetier und Nutz- tier Neuseelands geworden ist. Für die Maori jedoch war weit wichtiger das ihnen vor: Cook aus der Insel überlassene, bis dahin unbekannte Schwein, das seitdem zu den: eigentlichen Haustier der Eingeborenen wurde. An einiger: Stecker: der Südinsel ist es derart verwildert, daß Nudel wilder Schweine in den Bergen und Wälder:: angetroffen werden. Sie sind vor: der: europäischer: Wildschweinen durch längere Beine, schmäleren Körper und größere Höhe verschieden, auch stehen ihre Borsten weiter auseinander und sind vor: hellerer Farbe. Gegessen werden nur junge Tiere, da das Fleisch der alter: übermäßig fest ist. Gejagt werde:: sie zu Pferde. Ver­wildert sind ferner die Rinder, derer: zurr: Teil zahlreiche Herder: sich besonders ir: der: Hoch­gebirge:: der Südinsel aufhalten, aber so scheu sind, daß man selten zu Schuß kommen kann. Noch häufiger sind ir: den Gebirgen der Südinsel Rudel wilder Pferde, vor: kleiner Gestalt und dunkelbrauner bis schwarzer Farbe. Hasen Haber: sich auf Neuseeland ebenfalls rasch vermehrt.