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VI. Die Tierwelt.
bedeutender Größe, wie Moralin vnrisKntn. Air Eidechsen sind acht Familien, darunter drei eigentümliche, vorhandell, und von 140 Arten sind fast alle endemisch; namentlich gilt dies von den Stinken und Geckos in West- und Südaustralien. In Nordaustralien lebt in den Flüssen das Krokodil und ein bis 2 m langer Leguan. Die Frösche und Kröten bringen es in Australien auf neun Familien.
Unter den Fischen ist vor allen: der Luugeufisch, Oarntoüus Försters (s. untenstehende Abbildung), hervorzuheben. „Von allen den wunderbaren Geschöpfen dieser Weltgegend", bemerkt R. Semon (.Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde^, Berlin 1894), „ist wohl das merkwürdigste der eigentümliche Fisch, der allein in zwei kleinen Flüssen Australiens, im Burnett-Fluß und Mary-Fluß, lebend vorkommt, während er in längst vergangenen geologischen Epochen dieFlüsse aller Erdteile, auch die Europas, bevölkert hat. Dieser Fisch ist vor allem dadurch ausgezeichnet, daß er zwar uoch Kiemen besitzt und dieselben zur Atmung benutzt wie ein anderer Fisch, daneben aber auch die zu einer wirklichen Lunge umgewandelte Schwimmblase zur direkten Luftatmung
benutzt und dadurch sowie durch alle Einzelheiten seines Baues ein Bindeglied bildet zwischen Wasser und Luft atmenden Wirbeltieren."
Nach Wallace sind die Insekten ebenso verschiedenartig und eigentümlich wie die höheren Tiere. Allerdings hat, ausgenommen den tropischen Teil, Australien selbst nur wenigeSchmet- terlinge: in Queenslaud leben etwa 100, in Südaustralien 35 Arten. Dagegen treffen wir Käser in größerer Menge und Eigenart an, besonders prachtvoll sind hier die lönpresticlna. Heuschrecken sind allgemein; die Gottesanbeterin (Nnulis re- li^iosn) und die Gespenstschrecken (klmsmoäan) werden bis zu V-; in lang. Anreisen finden sich vielfach, und Termiten errichten auch hier auf den Grasebenen ihre großen Bauten in so gefahrdrohender Weise, daß der Überlandtelegraph durch eiserne Pfosten vor ihnen geschützt werden mußte.
Unter den niederen Tieren Australiens sind ferner merkwürdig die Riesenregenwürmer, die Cikaden und die eßbaren Käfer; die Raupe der auf Akazienbäumen lebenden Lurnnnssn nustra- 118, die an den Wurzeln der Akazien lebt, wird voi: den Eingeborene:: in glühender Asche geröstet und mit großen: Vergnügen gegessen. Daneben sind noch zu erwähnen die spinnentötende Grab- wespe (LIvMimin ^uslralasiaa) und Queenslands giftige Spinne (Packroäeelus seelio), ein schwarzes Tierchen mit schimmerndem, scharlachroten: Zeichen auf den: Rücken, das trotz seiner Kleinheit mit seinen: Biß mehrtägige Lähmung erzeugt.
Über die Veränderung der Fauna Australiens durch europäische Einwirkung ist schon oben (S. 247) gesprochen worden.
2. Die auslro-makayische Kubregron.
Die austro-malayische Subregion, der Neuguinea als Kern und als angegliederte Bestandteile der Bismarck-Archipel, die Salomonen und die Louisiaden angehören, lehnt sich, wie teilweise schon aus den: Namen hervorgeht, eng an die östlichen malayischen Inseln an, namentlich an die Molukken. Ihre Tierwelt weicht von der des Festlandes von Australien ebenso erheblich ab wie Klima und Vegetation; wird sie doch durch den vorwiegend waldreichen Charakter der zur
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