Zeitschriftenband 
[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
Entstehung
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und der Kalia (Musoeurpus) von 10 in Höhe und mit gutem Bast erwähnenswert. Unter den Sträuchern liefert der Nanu (Ourckmim Uri^lmmü), ein 4 m hoher, dicht belaubter baum­artiger Strauch, in seinen Früchten gelber: Farbstoff, der auch im übriger: Polynesien nicht seltene Ai (OoräMns terminalis) vor: ebenfalls 4 m Höhe aus der: Wurzeln eir: bierartiges Getränk.

Die mittlere Waldzone der Hawaiischen Inseln, die den reichsten Laubwald enthält, wird nach Netwosickaros polMorpim (den: Lehua der Hawaiier) benannt, einem 10 m hoher: Baun:, dessen vorzügliches Holz das erwünschte Material für die Götzenbilder abgab. Dagegen fertigten sich die Eingeborener: aus dem Holz des 20 m hohen Koa-Baumes (Weueia, Lou), der die tropischen Akazientypen mit den australischen verbindet, ihre berühmter: Fahrzeuge; die Rinde enthält einer: Gerbstoff. Auch das Holz des Kauwila-Baumes (WIMloum poucksrosa), der 26 m hoch wird, und des Aaln (vockonueu) wird geschätzt. Reich ist ferner diese Waldzone an stark duftenden Lobeliaceer: und an Farnen; namentlich verschönern hohe Farnbäurne diese Region in solchen: Maße, daß sie entschiede:: die reizvollster: Landschaftsbilder ausweist. Zu ver­gesse:: ist dabei nicht, daß auch sie gerade der Sitz der Kaffeepflanzungen ist, die seit 1823, nach anderer: seit 1845, aus der: Inseln entstanden sind.

Die obere Waldregior: enthält meist nur noch zwergwüchsige Bäume und Sträucher. Ihr einziger höherer Baum, Luutulum, der rühmlichst bekannte Sandelholzbaum (Jliahi), ist zur Zeit leider ganz ausgerottet. Benannt wird die obere Waldregior: nach der Lärvuräsiu. Kopüoi'u. elu^soxliMu, einem Zwergbanrn mit harten:, zurr: Häuserbau geeignetem Holze, dem Marnane der Hawaiier. Besonders eigentümlich sind ihr ferner der bis 10 m hohe falsche Sandelholzbaum Nyoporum Luuckviesuss oder Naeo, der bis zu einer Höhe vor: 3300 m vorkommt und wohlriechendes Holz Hut, und der Strauch Maieli (Ozmtliockes), dessen Blätter schür: dufter:. Auf der: öder: Lavaflüchcr: kommt der Pilostrauch (Ooprosnm) häufig vor und bietet in seiner: Beeren den wilder: Gänsen erwünschte Nahrung. Während die Waldgrenze bereits ir: 2000 m Höhe liegt, zieht sich die Baumgrenze in 3000 m hin; darüber ist nur noch geringer Pflanzenwuchs vorhanden, weil die Gipfel der hoher: Vulkane zurr: größter: Teil mit Lavaströrnen bedeckt sind. Dennoch reicht arr: Manna Loa die Lckumrcksin grauckitiora, bis über 2800 m Humus, und aus gut gedeihender: Sträuchern und Kräutern setzt sich eine leidliche Hochgebirgs­flora zusammen: z. B. aus den: Ohelo-Strauch, Vaeeininm. dessen glänzende, fleischige, aber säuerlich schmeckende Beeren der Göttir: Pele dargebracht werden, aus Omuuinm-Pstanzen, aus Kompositen, Artemisien, Epakrideer: und dem Silbergras, Wr^roxipllium Lunckvieenss, und endlich aus der: beider: Synanthereen Ahinahina (der Eingeborenen) und Uuillarckia.

Wollen wir kurz das Ergebnis aus dieser Schilderung ziehe::, so liefern irr: allgemeinen die Familien der Lobeliaceer:, Rubiaceen, Rutaceer: und Aralinceen die meisten eigentümlichen Pflanzen; dagegen fehler: der Hawaii-Gruppe vollständig, wie schor: oben bemerkt, die asiatischer: Riens - Arier: und die epiphrstischen Orchideen.

Unter der: eingeführter: Nutzpflanzen haben die Bataten, Kartoffeln, vier Vananenarten, Weinreben, Agrumen, Erbsen, Bohnen sowie Reis, Kaffee und Tabak mit der Zeit eine große Verbreitung gewonnen.

10. Die Muhpflcmzen.

Legt man sich die Frage vor, was für Nutzpflanzen uns Australien und Ozeanien ge­boten Haber:, so muß man wiederum scharf unterscheiden zwischen der: tropischen und rnchttropi- scher: Teiler: dieser Ländergebiete. Hierbei füllt irr: ganzen die Armut der außertropischer: Gebiete, ähnlich wie ir: Südafrika, auf, während die tropischer: Teile, wein: auch nicht mit sehr vieler:,