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[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
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Mikronesien.Hawaii.

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taue herabhängen. Oraensna und Naranta, bleiben auch hier dem Walde treu, und Palmen kommen noch in größerer: Höher: vor.

Etwas anders schaut die Vegetation auf der: reiner: Koralleninseln aus. Der erste Air­siedler auf derr: über dein Meere auftauchenden Sandstreuer: ist die strauchartige Leasvola rrrit kleinen weißer: Blüten, die ja auch auf der: größerer:, länger bestehenden Inseln das Hauptkon- tingent zu der Masse des Gesträuches stellt. Dar::: kommt eirre mit silbergrauer: Blätter:: aus­gestattete loui'uetortia, öfters schon in Vanmforrn, und eine Mprtacee mit äußerst seinem Laub hinzu. Unter der: höherer: Bäumen spielt außer der Kokospalme natürlich IMiiäamm die Haupt­rolle, während als Unterholz eirre Hidlsens-Art und ein OaloxliMum fungieren, das freilich auch stellenweise zu größeren Former: baumartig emporwächst. Während sich die LarrinAckonia sxeeiosa, hier nicht so schön entwickeln will rvie aus der: hoher: Inseln, gedeiht der Brotfrucht­baum besonders an: inneren Lagunenrande der Koralleninseln gut, allerdings nur dort, wo bereits genügend Darnmerde vorhanden ist.

Daß nach Osten zu die Üppigkeit der Vegetatior: erheblich abnimmt, ist deutlich ar: der: Marshall- und Gilbert-Inseln erkennbar. Air: fruchtbarster: sind noch die südlichen Marshall- Jnseln; immerhin träger: auch die ärmlicher ausgestatteter: nördlichen und die Gilbert-Jrrseli: noch große Kokos- und Pandanuswülder, die beide für diese Inseln von größter Bedeutung sind, da sie die Hauptnahrung der Bewohner liefern. Brotfruchtbäume kommen auf der: Gilbcrt-Jnseln seltener vor, und Bananen gedeihen nur nördlich bis Mnloelab.

9. Ire Kcrwcrn-Hiuppe.

Die Hawaii-Gruppe nimmt eine besondere Stellung unter den Vegetationsregionen der Südsee ein, da ihre Flora 86 Prozent endemischer Arten enthält. Die Ursache dieses aus­nehmend hoher: Prozentsatzes ist in der außergewöhnlich isolierter: Lage dieser Jrrselr: zu suchen. Ausfallend ist der Gegensatz Hawaiis zu den polpnesischen und mikronesischen Inseln: hier gibt es weder läens-Arten noch Orchideen und nur ganz spärliche Brotfruchtbäume; zahlreich sind dagegen die Kompositen. Mit der: übriger: Südsee-Jr:seln stimmen nur Pflauzeuformer: rvie UanckannL, Lroii880ii6ti9.) Orueasna, Hidi86U8, Onreuma,. laeoa, ^momum, Laeellarum überein. Anderseits machen sich mancherlei amerikanische Airklänge bemerkbar, die wahrschein­lich der Nordüquatorialströmung des Großer: Ozeans zu verdanken sind, die ar: der amerikanischen Küste nach Westen verläuft und dadurch die Eiuführuug amerikanischer Pflanzen begünstigt.

Alle Verwandtschaft aber rrrit benachbarten Ländern tritt vollständig zurück härter die auf­fallende Ausbildung der eigenartiger: Formen. Unter 999 bekannter: Artei: besitzt unsere Inselgruppe nicht weniger als 860 endemische Pflanzer:, vor: denen wiederum 653 auf der: anderer: polpnesischen Jrrselr: und in Amerika fehlen sollen. Die Eigentümlichkeit und Mannig­faltigkeit der Flora Hawaiis wird noch gefördert durch die teilweise bedeutenden Entfernungen der Jrrselr: voneinander und die große Höhe der östlichen, die auf der: hohen Vulkanen aus­gesprochenes Höhenklima bieten. Und wenn auch die Thatsache, daß sich der Boden irr: ganzen gleichartig aus vulkanischer: Gesteirren und Laver: zusammensetzt, entschieden geeignet war, allzu großer Differenzierung ein Ziel zu setzen, so war doch zu deren grinsten wiederum der Umstaud wirksam, daß die Kanäle zwischen der: einzelnen Jrrselr: vor: seitrvärts gerichteter: Meeres­strömungen so rasch durchflossen werden, daß eirre Übermittelung der Pflanzen von der eurer: Insel an die andere ausgeschlossen, mindestens aber sehr beschränkt ist. Infolgedessen leben die endemischen Pflanzen der Hawaii-Gruppe ziemlich scharf voneiuander getrennt gruppenweise auf der: eiuzelnen Inseln, so daß eirre jede ihre besondere, erheblich voneinander abweichende ein-