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[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
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Südwestaustralien. Das Innere.

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nichts für die Erhaltung des Tierreichs. All sandiger Stelle finden wir die nntive pluss, die Greueln, rockustu und rliomckoickeu, und da sind auch die Unnllsin luar»'inatu, Houe^suelcle genannt, und die einheimische Kirsche, Lxoeurxus enprssslkormis, nicht fern.

Es ist eine Eigentümlichkeit des südanstralischen Waldes, daß die Bäume in gemessenen Zwischenräumen voneinander stehen, sich nicht Zweig an Zweig drängen, sondern bald vereinzelt über die Bergmassen gesäet sind, bald in Gruppen hier und dort zusammen stehen. Der Grund ist fast frei voll Unterholz und, wo der Boden gut, mit dichter Grasuarbe bedeckt. Wo sich Busch­werk findet, gehört es zu den Banksien, Grevillien, Castien, Leptospermen, Lxoeui'plm u. a. Überall all den Bergen, wo das Unterholz sich nicht breit macht, begegnen wir wilden Blumen ill großer Verschiedenheit der Formen. Die prächtige Lxuerls impresss, bedeckt ganze Striche, die weißen Blumen der Lurelmräia,, die blauen der Ousseia. und Orchideen aller Art verleihen zuzeiten dem australischeil Walde einen eigenen Reiz."

Neuerdings hat man viele europäische Bäume ill diese» Gebieten zur Anpflanzung gebracht, namentlich Platanen, aber auch Pappeln, Eschen, Kastanien, Weiden und mehrere Tannen.

5. Die Degetationsregwnen des Inneren.

Das ganze Innere Australiens wird infolge des allgemein herrschenden Negenmangels und der Aufsaugung der Niederschlage all den östlichen Gehängen der Ostkette des Landes voll einer Vegetation eingenommen, die den Charakter voll Savannen, Wüstensteppen oder Wüsteil hat, je nachdem die Bewässerung einigermaßen reichlich, sehr mäßig oder ganz unbedeutend ist. Infolgedessen unterscheidet man erstens Grassteppen und Salzbuschsteppen, zweitens die am häufigstell vertretene Scrubvegetation, ein dichtes, vorwiegend aus Akazien und Eukalypten bestehendes, fast undurchdringliches Gebüsch, und drittens eigentliche Wüsten.

Ihrer geographischen Verteilung nach sind die Grasländer und Buschgebiete hauptsächlich im tropischen Norden und Osten des Inneren, in Nordaustralien und Queensland, hier bis zu den Quellflüssen des Darling, und bis über den Wendekreis, westlich bis zum 129? östl. Länge hinaus heimisch. Die Salzbuschgebiete dehnen sich südlich davon über Südaustralien, im Süden des 24. Grades, und das Stromgebiet des Darling und Murray ans. Das Innere Australiens enthält die Scrubflächen und Westaustracken das eigentliche Wüstengebiet, doch gehen diese Vege­tationsregionen mehrfach ineinander über. Namentlich in den beiden ersteren drängt sich Gras­land zwischen die Salzbuschgebiete und diese zwischen die Grassteppen ein.

Als charakteristische Pflanzen für alle diese Gebiete gelten der Mulga-Scrub, der sich aus treuem nuanrn. und der Mallee-Scrub, der sich aus llinenl^ptus iuerussutu bildet, aber mit Onliitris varrueosu, Lrsmopliilu,' Xitrnrm vermischt ist. Ill den Salzbuschsteppen kommen vorwiegend ^ckriplex uummularm, Ickm«'oäia, -?o1^«'onum und Milllancksellm vor, auf den Grassteppen Drioäiu und Spinifex. All den Wasserläufen stehen lichte Haine voll Eukalyptus, die Thee-Bäume Neluleneu und I^ptospermnm und das Quandong genannte Kautulum ueumiuutum. In Süden umgeben Iwtus unstra-Iis und O-zmostemou rumulosus die Seen, während Lu-ainsonm Elrezmim und ^ntllistirm eilinta, das Känguruhgras, am Dar­ling wachsen. Nördlich des 24. Grades südlicher Breite findet man noch lüvistoua-Palmen, die in dem Thale des Finke-Flusses bis zu 20 m Höhe und auf den Gehängen der MacDonilell- Berge besonders häufig sind.

a.) Voil Südaustralien und Victoria ausgehend, betrachten wir zuerst die südaustralische Salzbuschsteppenregion. Bereits an den Abhängen der Lofty-Kette bei Adelnide beginnen