Das tropische Australien. — Südwestaustralien.
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Grassavannen lind Wüstenstriche wiegen vor, ähnlich wie in: Inneren. Zugleich nehmen die tropisch-indischen Formen ab. Der i?anäanu8 hat seine Westgrenze im Süden des King-Sundes. Die Palme Invistona Nariae kommt nur noch südlich bis zum Oberlauf des deGrey-Flnsses vor, und es beginnt mehr und mehr der eigentümliche floristische Charakter Südwestaustraliens.
Im ganzen bedeckt Eukalyptengestrüpp das Land, unterbrochen von dicht begrasten Ebenen. All den Flußufern allein erhält sich noch eine üppige Vegetation, und zwischen den Flüssen kommt bereits der Scrub des Inneren zur Geltung. Am Fortescue-Flnß kommen zwar noch Palmen vor, die auch die Ufer des Fräser begleiten, anderseits ist der Boden an der Küste oft meilenweit sandig, kiesig oder lehmig, mit dürren Akazien- und Eukalyptengestrüpp bedeckt, und die fließenden Gewässer verschwinden häufig in Spalten. In den offenen, grasreicheren Flächen wechseln Palmen, Nelaleuea I^eueaclenckron, der Kajeputbaum und verschiedene Eukalypten miteinander ab, und letztere samt Schilf und Akazien wachsen auch an den Flnßufern, aber Bambus, der noch all den Ufern des Victoria-Flusses gedeiht, findet sich hier nicht mehr. Je weiter wir nach dem Afhbnrton- und Gascoyne-Flnß vorschreiten, desto mehr nimmt die Wüste, namentlich an den Unterläufen dieser Flüsse, zu. Einen abschreckenden Charakter erhält sie östlich der Sharks-Bai zwischen den Unterläufen des Gascoyne und Mnrchison, wo völlige Wasserlosigkeit und weite Dickichte von Serub alles Eindringen erschweren. Südlich der ungefähr unter 25 , 5 ° südl. Breite liegenden Südgrenze der regelmäßigen Negenfülle bekommt dann das Land den Typus der Salzwüste, wo die Grasebenen verschwinden und Salzseen all ihre Stelle treten.
4. Küdwestaustralien.
Voll der Sharks-Bai an südwärts beginnen die charakteristischen Formen Südwestanstraliens häufiger zu werden. Sie drängen sich im äußersteil Südwesten zusammen und nehmen die südwestlichste Ecke Australiens voll der Mündung des Greenongh-Flusses an der Westküste bis zum 124.Grad östl.Länge an derSüdküste ein. Das ist die südwestaustralische Region der Xero- tideen und Proteaceen, deren Eigentümlichkeiten am meisten am Swan-Fluß ausgebildet sind. Diese merkwürdige Region zeichnet sich durch außerordentlich großen Pslanzenreichtnm von mehr als 3000 Blutenpflanzen und durch erstaunlichen Endemismus aus, da 82 Prozent ihrer Pflanzen anderswo nicht vorkommen. Auch weicht die Flora Südwestanstraliens so sehr von jener des übrigen Australien ab, daß eine vollständige, erst in jüngster VergangellheitallfgehobeneTreilllllllgzwischeil West- undOstanstralien angenommen werden muß. DagegenhatsievielÄhnlichkeitmitderKapflora ilil äußersten Südwesten Afrikas. Charakteristisch für diese Region sind der Grasbanm (LinA-ia anstralis), ferner Banksien, Dryandren, Kasuarinen, Metino8tro1>n8, Oallitww, die Cykadee Lne6x1ia1orto8 ^ra86i'ü, Lxoearxrw, eine Menge Myrtaceen, Akazien, Epakridineen, im ganzen ein höchst eigentümliches Florengebiet. Von 32 trockenfrüchtigen Myrtaceen, die für Australien charakteristisch sind, kommen in Westaustralien allein 16 vor', voll 35 australischen IMtroMila- Arten aus der Familie der Proteaceen sind 30 allein auf Südwestanstralien beschränkt, besonders auf trockene, steinige Triften und lockere Sande der Küstenstriche. Auch die der Liliaceen- familie angehörenden Xerotideen sind in Südwestanstralien häufig und eigentümlich entwickelt.
Eine der seltsamsten Pflanzen Australiens ist hier der Grasbanm, MinZM anstraiw (s. die beigeheftete Tafel„Enkalyptnswald und Grasbänme in Westaustralien"),mit knorrigem, sonderbar gewundenem Stamm und all der Spitze mit einem Büschel grober Grasblätter, aus dem ein starker Blütenstengel hoch emporgetrieben ist: mitunter gabelt sich auch der Stamm und trägt auf jeder Abzweigung einen solchen Rohrkolben. Der Grasbanm erreicht stellenweise in Süd- westanstralien die Höhe voll 6—9 in und dient in Holzarmen Gebieten als Brennmaterial.