Geschichte der Entdeckung.
Während Tahiti bereits 1605, die Tonga- und Viti-Inseln 1643 entdeckt wurden, blieb der Samoa-Archipel, in der Mitte zwischen diesen drei Gruppen, bis in das 18. Jahrhundert unbekannt. Die Geschichte erkennt dem kühnen holländischen Weltumsegler Roggeveön den Ruhm zu, Samoa 1722 zuerst aufgefunden zu haben. Er hat allerdings nur eine Insel gesehen und sie Beaumann-lnsel genannt; das ist schon bedenklich und wäre nach seinen Angaben höchstens durch westliches Vorbeilaufen an Sawaii erklärlich, doch dafür passt die Beschreibung nicht recht. Zweifellos wird erst die Entdeckung durch die Angaben des französischen Seefahrers Louis Antoine de Bougainville, der 1768 von Tahiti aus Samoa berührte. Ihm folgte die französische Forschungsexpedition von de la Perouse, der mit seinen beiden Schilfen Astrolabe und Boussole am 6. Dezember 1787 die Durchfahrt von Apolima passierte, dann ostwärls segelte und vor Tutuila in der Bucht von Eangasa vor Anker ging. Hier fand ein Zusammenstoss mit den Eingeborenen statt, der diese für längere Zeit in den Ruf furchtbarer Kannibalen brachte.
Nach der Darstellung der Niedermetzung jener französischen Landungstruppen soll die leichte Bestrafung eines Diebes den Angriff der Tutuilaer verschuldet und die Ermordung von 13 Europäern als Rache zur Folge gehabt haben. Der Befehlshaber der zur Umsegelung der Welt von Ludwig XVI. ausgesandten Unternehmung, Sieur de la Pörouse, erzählt selbst bei der Beschreibung der Insel „Maouna“ — ei hatte jedenfalls den Namen eines Häuptlings oder maunga, d. h. der Berg, für den Namen des Landes gehalten, — wie in der Bucht von Fangasa die Eingeborenen sich in Hunderten von Kanus um die Schiffe gedrängt und Schweine und Kokosnüsse zum Tausch angeboten hätten. Für die üblichen Sachen, die auf andern Inseln mit Erfolg als Tauschmittel in den Handel gegeben waren, zeigten die Samoaner gar kein Interesse; nützliche Gerätschaften und Kleidungsstücke verschmähten sie, dagegen zeigten sie grosses Verlangen nach Glasperlen, so dass de la Perouse für einige Perlenstränge nicht weniger als fünfhundert Schweine eintauschte, unzählige Tauben, Kokosnüsse und eine grosse Anzahl von Schildkröten und Papageien. Die Eingeborenen benahmen sich dabei äusserst friedlich und vertraulich, ohne irgend welche Überraschung oder Scheu zu verraten. Das musste auf die Fremden einen guten Eindruck machen. „Unsere Einbildungskraft“ so schildert sie La Pörouse, „dachte sich in einem so herrlichen Lande nur ungestörtes Glück. Diese Insulaner sind ohne Zweifel die glücklichsten Bewohner