Bilder aus Groß-Nama-Land.
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sein würde. In beiden Gebieten stand die Unfruchtbarkeit des Bodens der Entwickelung des Handels entgegen, der sich in anderen Ländern, z. B. in Central-Afrika, für die Kultur ganz anders segensreich entfalten würde.
Mim a»s Groß-Nam-land.
I.
Der Hauptort Bethanien. — Klima. — Charakter, Lebensweise, Religion der Hottentotten. — Staatliche Einrichtungen.
Bethanien, die Haupt- und Residenzstadt des Groß-Nama-Landes, würde in Deutschland wohl kaum Anspruch auf die Bezeichnung „Dorf" erheben dürfen: es stehen dort etwa 12 Dutzend Hottentottenkraale mit hoch gerechnet 150—200 Einwohnern. Die Kraale sind in der gewöhnlichen Weise verfertigt: bienenkorbartig zusammengebogene Äste werden mit Binsenmatten bedeckt, wobei an einer Seite ein etwa 2 V 2 —3 Fuß hohes Loch zum Hereinkriechen freigelassen wird. Nur Kapitän Josef Frederiks besitzt ein aus Lehmziegeln erbautes Haus; ebenso ist auch das des Königs, worin er seine Sitzungen abhält, gebaut und mit Fenstern und Thüren versehen. Außer diesen ziemlich trist aussehenden Gebäuden befindet sich dann noch dort die sehr hübsch angelegte Missionsanstalt nebst Kirche unter der Leitung des Missionars Bam und etwas davon abgesondert ein Speicher der Firma F. A. C. Lüderitz. Was die Bodenverhältnisse anbelangt, so wächst auf Bethanien selbst und auch im Umkreise von einigen Meilen kein Gras; die dort wohnenden Hottentotten, meist sehr reiche, d. h. nach hiesigen Begriffen, oder auch sehr arme Leute, müssen ihr Vieh sehr weit weg auf die Weide schicken. Dafür hat man aber andererseits eine ziemlich starke Quelle guten Trinkwassers dort. Auch findet sich in allernächster Nachbarschaft Lehm und Kalk in Menge. Der Boden ist auch hier an und für sich nicht unfruchtbar, das beweist der dort betriebene Ackerbau. Aber wenngleich es hier oben im Lande und namentlich auch auf Aus bedeutend häufiger regnet, wie in der Bai (der landesübliche Ausdruck für Angra Baumgarten, Afrika. 29