434
Deutsch-Südwestafrika.
als 500 000 Seelen nicht gleichen Schritt halten kann, das Bedürfnis der Fleischeinfuhr immer bestehen bleiben wird. Je größere materielle Kräfte die Deutsch-westafrikanische Compagnie einsetzen kann, desto bedeutender und rascher wird der Erfolg sein.
Baumgarten.
Die Eingeborenen von DentHHiidioejinfrika.
Die Herero oder Damara.*)
I.
Der Volksnamen. — Die Herero als leidenschaftliche Viehzüchter. — Die Berg- damara und ihr Treiben.
Das Hinterland von Walfischbai und Angra Pequena ist, etwa den Süden abgerechnet, seit undenklichen Zeiten von nomadischen Bantuvölkern bewohnt, als deren bekannteste Repräsentanten heutzutage in Damaraland die Herero gelten können. Sie selbst nennen sich mit dem Artikel Ova-Herero **), von den übrigen Bantuvölkern werden sie Va-schimba, d. h. wohl „Brunnengräber", genannt; die Hottentotten bezeichnen sie, vielleicht mit einer Art Schimpfwort, als Daman. Damara ist davon der Dual kam., indessen ist diese Form vor allem durch die Engländer gewissermaßen die offizielle geworden. Ein an mich von einem Freunde in Europa nach „Hereroland" adressierter Brief ist lange Zeit auf den afrikanischen Postanstalten liegen geblieben und endlich als unbestellbar dem Absender zurückgegeben. Dagegen sind Briefe, welche neben meinem Namen nur die Bezeichnung „Damaraland" trugen, ohne Aufenthalt an mich gelangt.
Die Herero sind ein Volk, das, ohne eigentliches Oberhaupt in eine Menge Familien geteilt, nichts Höheres zu kennen scheint, als möglichst viel Vieh um sich zu haben. Obwohl der Viehreichtum einzelner Fürsten wie früher so noch ' ',t bis an die taufende und
*) Wegen der großen Bedeutung diese-, ^olksstammes für Deutsch-Süd- westafrika geben wir mehrere sich ergänzende ^ -llungen von Missionaren und Forschungsreisenden, welche Land und Volk genauer kennen gelernt haben.
**) Nach Galton bedeutet Ova-Herero das fröhliche Volk, und ist Damup, der Namaqua-Name für Volk, von den holländischen Händlern zu Damara verderbt worden.