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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Central-Afrika und die Negerbevölkerung.

beide, an meinem Nachmittagskaffee teilzunehmen, und ganz wie Europäer wußten sie sich zu benehmen. Ein Gespräch entwickelte sich über naheliegende Sachen, und nur zu natürlich kam Mr. Appel- ton auf seine Kinder zu reden. Er erzählte mir von seinem zehn­jährigen Söhnchen, der so besonders gut lerne und den er gerne in eine deutsche Schule geben möchte; doch seien die Kosten zu uner­schwinglich für ihn; ob ich nicht behilflich sein könnte, seinen Wunsch zu verwirklichen. Über seine Schule äußerte er: Die Schule wird an fünf Tagen der Woche regelmäßig mit dem Vorlesen eines Ab­schnittes aus den Büchern des Neuen Testaments, in der Grebro- sprache, eröffnet. Die täglich gebrauchten Bücher sind das Nsw ^uioriean ZxellinA Look, Leaäer's ^.r1tbin6t1o8, Oroärioli's Oillä's Lietoral Listor^ ok tlw Lnit- Ltates, Lliteützll's ürst anä seeonä L 6880 N 8 in OeoArnxli^, L1e1mrä8on'8 Neinxeranes L 6880 N Look8 und Lu8t,6r'8 8tor^ ok tbs Oo8pel8 nnä Liblo mit farbigen Illu­strationen. Die Kinder sind begierig zu lernen. Die Nativekinder besonders schätzen ein Buch mehr als die Kinder von Liberianern.

Geistige Epengnisse und Geistesverfassung -er Neger.

Sprichwörter und Rätsel. Zwei Beschuanenmärchen. Kulturfeindlicher Ein­fluß der arabischen Märchen. Charakteristische Gespräche: Burton und der Neger ohne Zahlensinn. Mit dem Obmann der Eseltreiber Der mohammeda­nische Glaubenseiferer und der skeptische Neger. Der Missionar und sein Schüler.

Sehr viele Negersprachen, vor allen die Mpongwesprache, sind ungemein reich an Sprichwörtern, worin sich bekanntlich der Witz und die Weisheit eines Volkes am charakteristischsten kundgiebt. Die Sprichwörter sind das ungeschriebene Gesetz und das Sittenbuch dieser Naturvölker und bei den Mpongwe stehen dieselben in solchem Ansehen, daß man von einem sehr weisen Manne sagt: Er versteht die Sprichwörter.

Wir geben einige der charakteristischsten:

Der Steigbügel ist der Vater des Sattels (Aller Anfang ist schwer).

Der Faden ist gewohnt, der Nadel zu folgen.