Print 
Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
Place and Date of Creation
Page
392
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Genirak-Afrika und die Weger öevötkerung.

Kuycr öl!«', aus dik Geschichte der schmere» Rasse").

Die schwarze Rasse, speziell die Neger, ja selbst die Fulbe haben nie Reiche von solcher Bedeutung und Dauer zu gründen vermocht, wie die Azteken, Centralamerikaner und Peruaner. Die Negerstaaten sind in ewiger Fluktuation begriffen, in alter Zeit waren in Westasrika die Soninkis oder Serrakolets und Malinkie oder Mandingos die Hauptmächte; erstere sind jetzt bedeutungslos und es stehen nur noch die Mandingos und die Fulbe auf der Bühne. Im Mittelalter gründeten die Berbern mit den Serrakolets die Reiche Glanata und Melle. Viele Negervölker sind ganz ge- schichtslos, es giebt aber selbst in der weißen Rasse ungeschichtliche, roh gebliebene Stämme. Das aus Ostafrika stammende Hirtenvolk der Fulbe drang, nach Barth, vor mehreren Jahrhunderten gegen Westen vor, stürzte mehrere Negerreiche und gründete die Staaten Massina, Gando, Sokoto und Adumua und erreichte im 16. Jahrh, den oberen Senegal, wo es im 18., vermischt mit den Mandingos und Joloffs ein großes westislamitisches Fulbereich stiftete, während seine Aussendlinge zwischen Niger und Tschadsee das östliche Fulbe­reich gründeten. 1848 rief sie ihr Haupt El Hadji Omar zu einem Glaubenskampf gegen die heidnischen Neger und Franzosen auf, der 1860 mit einem für letztere günstigen Waffenstillstand endigte. Omar unterwarf hierauf bis zu seinem Tode 1864 eine

°) Nach Perty, Anthropologie II.