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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Deutsch-Äquatorial-Afrika.

Line Faktorei im tropischen Weßnsrika.

Bau und Aussehen einer Faktorei. Lebensgewohnheiten und tägliche Arbeiten. .n

Die Kruneger, ihre Sitten und Sprache. Haushalt der Weißen.

Alle Faktoreien, die deutschen sowohl wie die französischen, sind 6:

nach einer und derselben Schablone angelegt; bei der nachstehenden m

Beschreibung habe ich besonders die Bremer Faktoreien von Bagida vc

und Klein-Povo, deren Gast ich für längere Zeit gewesen bin, im m

Auge.

Zur Anlage einer Faktorei gehört ein sehr umfangreiches Grund- -6

stück; das deutsche WortGehöft" kommt dem Begriff einer Faktorei is:

noch am nächsten. Schon vor dem Beginne der Bauten umgiebt 16

man das Grundstück, welches die Faktorei darstellen soll, mit einem m

soliden Bretterzaun und pflanzt häufig auch noch eine Kaktushecke ZL

rund herum. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, daß die zahl- -si

reichen Gebäude rings herum am Zaune liegen, damit der Hof frei In

bleibe und leicht übersehen werden könne. Besondere Schwierigkeiten ns

verursacht sowohl beim Bauen wie beim spätern Verkehr in der nc

Faktorei jener knietiefe Sand, der überall an der Küste zu finden ist. .th

Man hat versucht, mit Benutzung des aus dem Innern bezogenen ns

roten Thons wenigstens quer über die Höfe der Faktoreien hinüber nc

solidere Fußpfade anzulegen; die Ergebnisse haben aber der aufge- -sx

wandten Mühe nicht entsprochen. Doppelt unangenehm ist der nc

Sand in den Höfen der Faktoreien, weil er, wenn nicht völlig von na

Stroh- und Holzabfällen rein gehalten, überall dort, wo der Ein- -n

fluß des salzhaltigen Meereswassers nicht mehr zu verspüren ist, ,tsi

von Sandflöhen wimmelt. Diese unangenehmen Insekten, die im nn

vorigen Jahrzehnt von Brasilien her eingeschleppt worden sein sollen n^

und sich immer weiter an dieser Küste verbreiten, werden Chikas sw

oder Mamitossus genannt. Sie bohren sich mit besonderer Vorliebe ack

unter die Nägel der Zehen, aber auch an anderen Stellen des Fußes sZk

ein und verraten sich dann durch einen schwarzen Punkt und ein nis

leichtes Gefühl des Juckens. Sobald man dergleichen merkt, wird 6n

einer der schwarzen Hausknaben herbeigerufen, um mit einer Nadel lack

das gar nicht schmerzhafte Werk des Herausziehens zu beginnen; später reibt man, um etwa zurückgebliebene Eier der Insekten zu zerstören, Tabaksasche in die kleine Wunde hinein.