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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
Entstehung
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Die Suaheli.

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man das Land abwechselnd ein Jahr um das andere brach liegen. Von Pflügen und Graben ist entweder gar nicht oder nur in ge­ringem Maße die Rede. Die Leute entfernen nur das Unkraut und bringen dann mit einer kleinen, eigentümlich geformten Hacke den Samen ein. Das Land ist schon von Natur locker genug. Der Boden enthält außer der Humuserde Thon und ziemlich viel Sand und hat eine rötliche Farbe. Dasselbe ist auch am Tana der Fall.

Bei Tjarra befinden sich außerordentlich große Schambas, be­sonders Reis-, Mais-, Bananen- und Zuckerrohrfelder sah ich hier in einer enormen Ausdehnung, ebenso Plantagen von Kokospalmen und Mangobäumen. Die Besitzer sind meist reiche Suaheli aus Kau und Mipini. Das ganze Land sieht hier wie ein einziger großer Garten aus. Am Beledzoni-Kanal und am Osi sah ich keine eigent­lichen Schambas, sondern nur kleinere Felder der Eingeborenen. .

Hörnecke.

Die Suaheli.

Die Suaheli-Sprache. Charakteristik des Suaheli-Negers. Der Ackerbau.

Bodenprodukte und Ausfuhr.

Die Einwohner von Deutsch-Ostafrika gehören zur weitverbreiteten Nation der Suaheli.

Das Gebiet der Suaheli-Sprache erstreckt sich ungefähr südlich von Angoxe in der portugiesischen Kolonie Mozambique bis nördlich in die Gegend von Tula. Dort fängt ungefähr das Somal-Sprach- gebiet an und erstreckt sich bis nach Abessinien. Die zwei Haupt- sprachen im Gebiete des Sultans von Zanzibar sind also, außer der arabischen, die Suaheli- und die Somal-Sprache, beides grund­verschiedene Sprachen. Während jedoch die Somal-Sprache nur in dem eigenen Gebiet gesprochen wird, erstreckt sich die Suaheli-Sprache einerseits ganz bis auf die von Said Bargasch abhängige Somal- Küste und andererseits bis nach Madagaskar, ja tief ins Innere Afrikas hinein. Sie ist also die Hauptverkehrssprache und unum­gänglich notwendig für jeden, der an der Ostküste Afrikas als Kauf­mann oder Forschungsreisender etwas ausrichten will.

Da die große Anzahl der Schilderungen*) eine ausführliche Be­sprechung der Neger und ihrer Verhältnisse hier unnötig macht, so