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Dr. C. L. van der Burg.
Pathologische Anatomie.
Bei den wenigen Sektionen, welche gemacht wurden, war das Ergebnis kein erhebliches: einige seröse Ergüsse im subkutanen Bindegewebe, seröse Transsudation in das Gehirn oder Pericardiuin, Erweichung des Herzfleisches, leichte Vermehrung des Serums in den Gelenken. Einige Autoren wollen eine gewisse Vermehrung der roten Blutkörperchen gesehen haben; genauer aber sind die Beobachtungen von Kiewikt de Joxge, der eine Verminderung der Menge der Leukocyten in der peripheren Zirkulation fand, ln IG Untersuchungen schwankte die Zahl von 840 bis 7700 und war durchschnittlich 8800. Das Verhältnis von mononukleären, polynukleären und eosinophilen Zellen war in G Fällen sehr wechselnd; es scheint, daß die eosinophilen Zellen vermindert sind, denn er fand dreimal O, zweimal l°o, zweimal 2°o und einmal 3%.
Ätiologie.
Die Ursache des Denguefiebers ist unbekannt. Man hat spezifische Mikroorganismen noch nicht mit Gewißheit nachweisen können. Die letzten Untersuchungen von Kiewiet de Joxge und de Haax auf Java lieferten keine Resultate. Nach ihren schriftlichen Mitteilungen wurden durch eine große Anzahl Impfungen mit Blut auf verschiedenen Kulturboden keine Kulturen erhalten. Graham fand in den roten Blutkörperchen Hämatozoen, welche den Parasiten des Texasfiebers bei Rindern gleichen, und glaubt, daß Culexarten die Krankheit überbringen können. Seine Wahrnehmung bedarf aber noch der Bestätigung. Vielleicht sind die von Graham gesehenen Mikroorganismen dieselben, welche Eberle beobachtet hat. Dieser sah im Blutplasma kleine runde Parasiten, welche sehr beweglich sind, sich an die roten Blutkörperchen haften und in diese eindringen. Nach etwa IP 2 Stunden sieht man im Blutkörperchen eine leicht violette Verfärbung, die ungefähr die Hälfte des Körperchen einnimmt, und einige Stunden später dunkle Körperchen darin mit einem tiefen Focus und andere blässere mit einem hellen Focus. In jedem Blutkörperchen findet man 1 bis 10 dieser Körperchen. Sie sind vielleicht Sporen, da die Konturen der Blutkörperchen verschwinden und die kleinen Körperchen im Plasma frei werden. Sie haben deutliche Konturen und ein blaß-blaues Zentrum. Wenn das Fieber abnimmt, sieht man, daß viele dieser Körperchen von den Leukozyten aufgenommen werden und andere noch in den roten Blutkörperchen eindringen. Das letztere ist nicht mehr der Fall, wenn das Fieber aufhört. Eberle nennt diese Mikroorganismen „Plasmoeba“. Sie sind kleiner als die Malariaparasiten und bilden niemals Halbmonde. Er vermutet, daß die Krankheit durch eine Mücke, Culex fagitans, übertragen wird.
Die Krankheit ist ansteckend. Während dies früher beweifelt wurde, haben wir jetzt genügende Beobachtungen. Sehr deutlich zeigte sich die Kontagiosität in der Epidemie, welche 1870 in Zanzibar anfing, von wo die Krankheit 1871 durch Schiffe nach Aden übertragen wurde. Ein Schiff (Dalhousie genannt) hatte Denguekranke an Bord und ging nach Bombay, wo die Krankheit sofort nach Ankunft des Schiffes ausbrach. Man konnte die Verbreitung über Vorderindien durch den Verkehr über Land oder durch Schiffe regelmäßig verfolgen. Von der Übertragung durch gesunde Personen (Karssen) gibt Kiewiet de Joxge deutliche Beispiele. Die Krankheit wird wahrscheinlich vielfach durch Ärzte übertragen, obwohl diese selbst nicht oft erkranken. Auch scheint die Verschleppung durch leblose Gegenstände, wie Kleider, möglich