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Dr. Adolf Eysell.
12, Kernteilung in der Oocyste. 13 zeigt die Sporoblasten vollkommen ausgebildet und auf ihrer Oberfläche mit Kernen besetzt, 14 die Sporozo'iten (Sichelkeime) im Cysteninnern frei schwebend und sich bewegend. Der durch Platzen der Cystenwand freigewordene Sichelkeim (15) gelangt in die Leibeshöhle, mit dem Blutstrom in die Speicheldrüse der Gabelmücke und aus dieser wiederum durch Stich in die Blutmasse des Menschen. Hiermit ist der Zyklus geschlossen und beginnt zugleich von neuem.
Prophylaxe, Feinde.
Die Kampf- und Verteidigungsmittel des 3Iensehen gegen die Stechmücken und ihre Brut sind zahlreich.
Imago. Höher-und fr ei gelegene'Wohnhäuser, welche die Nachbarschaft der Hütten von Eingeborenen und die Nähe von Wald, Busch, schattenspendenden Bäumen und Sträuchern möglichst meiden; helle Wohn- und Schlafräume in den oberen Stockwerken, deren Fenster und Türen von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang geschlossen bleiben oder besser noch durch Drahtgewebe gegen das Eindringen der Insekten zu schützen sind, und der Gebrauch von Mosquitonetzen halten uns die Plagegeister vom Leibe.
Ausräucherung eines gutverschlossenen Raumes mit Pyrethrum- oder Insektenpulver (Verbrennung von 2 g auf den Kubikmeter Luftraum) betäubt alle Mücken. Nach einer Stunde wird der Raum geöffnet, die auf dem Roden liegenden Mücken werden zusammengefegt und verbrannt. Schwefel- (8 g pro Kubikmeter) und Formalinräucherung tötet die Insekten, erfordert aber hinterher gründliche Lüftung.
Der mechanische Schutz unserer Wohnungen und unserer Person wurde zuerst durch die Italiener eingeführt (Celli) und ausgcbildet.
Alle Zugänge zu den inneren Räumen des Wohnhauses, die Fenster, Türen, Rauchfänge (Schornsteine) etc. sind mit passenden Drahtgeweben derartig zu verschließen, daß ein Eindringen der Stechmücken unmöglich wird. Die Maschenweite des Gew r ebes beträgt am besten einen Millimeter. Weitere Maschen ermöglichen kleineren Stechmückenarten ein Durchschlüpfen, während engere die Zirkulation der Luft behindern.
Ungeschützter Eisendraht wird bald rostig, brüchig und unansehnlich, namentlich in der Nähe der Küste. Ist man gezwungen ihn dennoch zu verwenden, so wird mit Vorteil von einem Ulfarbenanstrich Gebrauch gemacht.
Verzinkter Eisendraht ist zwar etw T as teuerer, dafür aber von beinahe unbegrenzter Haltbarkeit und deswegen das empfehlenswerteste Material. (Messinggewebe in größerer Ausdehnung zu verwenden, verbietet sich schon durch den hohen Preis.)
Die überspannten Holzrahmen müssen auf das genaueste in die Fensteröffnungen eingepaßt und die Türen durch doppelte, automatisch wirkende Verschlüsse geschützt sein, deren äußerer die Eingangspforte eines anderthalb bis zwei Meter tiefen kastenartigen Vorbaues verschließt. Der Eintretende hat darauf zu achten, daß die äußere Tür schon geschlossen ist, w r enn er die innere öffnet.
Sind wir gezwungen, die Nacht im Freien zu verbringen, so gewähren uns passend um Kopf und Hals geschlungene Schleier, weite Handschuhe von geeignetem Gewebe und Gamaschen sicheren Schutz gegen Mückenstiche. Die Eingeborenen des tropischen Südamerikas (Orinoco, Amazonas) graben ihre Leiber nachts in den Sand und bedecken das Haupt mit schleierartigen Tüchern.
Die verschiedensten Einreibungen in die Haut wie ätherische Öle, Chininglyzerin (Mense) etc. sind vorgeschlagen worden, um die Mücken abzuschrecken. Bestimmte Gerüche scheinen uns sicher vor den Angriffen der Tiere zu bewahren (Immunität der Arbeiter in den sizilianischen Schwefelgruben). Aus