Die Stechmücken.
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mindestens Körperlänge und können die doppelte Größe erreichen; sie sind fadenförmig dünn und leicht vom Körper zu lösen. In ihrer ganzen Ausdehnung sind sie von Schuppen bedeckt und tragen außerdem Borsten und Dorne.
Das BeinbestehtausneunTeilen(s. Fig. 6, A), der C o x a, dem Trochanter, dem Femur, der Tibia und den fünf Tarsalgliedern, deren proximales — das längste Glied der ganzen Extremität — auch Metatarsus genannt wird. ' Das letzte Fußglied trägt ein Klauenpaar, dessen Krallen mit einem oder mehreren plantarwärts gekrümmten Zähnen besetzt sein können (s. Fig. 6, B Kl.)
Fig. 6.
A. Stechmückenbein. B. u. C. Ende des Vorderfußes von Culex pipiens cf. (Orig.) Kl. Klaue, Emp. Empodium, 5. Fünftes, 4. Viertes Tarsalglied. (C. Kl. Klaue plantarflectiert.)
Der Hinterleib der Stechmücken ist beim cf dorsoventralwärts abgeplattet, beim 9 spindelförmig und besteht aus acht Segmenten, die sich beim cf vom Thorax bis zum Leibesende stetig verjüngen, beim 9 aber im 3. (4.) Ringe ihren größten Umfang erreichen (s. Taf. II, Fig. h und Fig. 31). Die äußeren Genitalien sind verhältnismäßig groß, namentlich bei den männlichen Tieren.
Jeder Hinterleibsring besteht aus einer dorsalen und ventralen Chitinplatte, dem Tergum und Sternum. Diese tragen verschieden lange und verschieden geformte und gefärbte Schuppen, Haare und Borsten und werden durch eine nackte, sehr dehnbare Seiten haut mit einander verbunden.
Die äußeren Geschlechtsteile der 99 bestehen aus einem Paare von Genitaltastern (Gonapopliysen). welche zusammenwirkend bei der Eiablage von hoher Bedeutung sind und deshalb Ovipositor genannt werden. Die analogen Teile der cf cf tragen sehr verschieden geformte und gestellte Halte- und Reizvorrichtungen, die beim Bestimmen der Stechmückenarten gute diagnostische Anhaltspunkte abgeben (s. Fig. 9).
Anatomie und Physiologie.
Die Bewegungen des Rumpfes und seiner Anhänge werden durch quergestreifte Muskeln vermittelt. Diese entspringen vom Chitinpanzer (Ekto- skelett) oder seinen inneren Fortsätzen (Apodeinen), die in ihrer Gesamtheit als Entoskelett bezeichnet werden. Die Eingeweide besitzen eine zumeist glattfaserige Muskulatur.
Die mächtigsten Muskelmassen treffen wir in der Brust, namentlich in ihrem mittleren Segmente an. Sie versorgen in der Hauptsache die Flügel und im sternalen Abschnitte auch die Beine (s. Taf. V, Fig. y).
Das Nervensystem ist wohl entwickelt. Die zentralen Teile (Gehirn und Ganglienkette) bestehen aus dem Ober- und Unterschlund-
Mense, Handbuch der Tropenkrankheiten. II. 4