Die Stechmücken.
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Die S c h up p e n sind für gewöhnlich symmetrisch gebaute, auf ihrer Fläche feine Streifung zeigende Oberhautgebilde, welche ganz auffallend an die Schuppen der Schmetterlinge und Wassermotten (Phryganiden) erinnern. Ihre Gestalt und Farbe, ihre Häufung oder ihr Fehlen zeigen bei den einzelnen Individuen derselben Art an verschiedenen Körperstellen ein so charakteristisches Verhalten, daß sie damit zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen der einzelnen Gattungen und Arten werden.
Die Schuppen stellen meist spatelförmige, gabelförmige oder lanzettliche Chitinplättchen dar, welche mittels feiner Stiele in rundlichen Einsenkungen des Ektoskelettes eingelassen sind; sie werden gewöhnlich von zwei ebenen Flächen begrenzt, können aber zu diesen oder auch zur Kante gebogen sein.
Fig. 1.
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Aedes cinereus $. 10/1. (Orig.)
Aedes cinereus o*. 10/1. (Orig.)
Die Füße sind in beiden Figuren nicht vollständig ausgezeichnet. Die Punkte auf dem
Riickenschilde deuten die Ursprungsstellen starker Borsten (Makrochaeten) an.
Die Schuppen, Haare, Borsten und Dorne stehen niemals senkrecht zur Körperoberfläche, sondern sind in gesetzmäßiger Weise gegen dieselbe geneigt: sie zeigen Strömungen, welche dadurch hervorgerufen werden, daß sie sämtlich so gerichtet sind, daß sie der Mücke beim Ausschlüpfen die möglichst geringsten Widerstände entgegensetzen. Von dem Vorderrand des Mesothorax, der zuerst geboren wird, sind alle Schuppen, Haare und Borsten, welche kopfwärts inseriert sind, nach vorn; alle, welche analwärts inseriert sind, nach hinten und alle die Körperanhänge bedeckenden Schuppen, Haare und Dorne distal gerichtet.
Der verhältnismäßig kleine Kopf der Stechmücken ist beinahe kugelig (etwas breiter als lang) und wird an den Seiten durch große, halbmondförmige (nach vorn ausgeschnittene) metallisch glänzende Facetten äugen begrenzt, die sich auf der Scheitelfläche sehr nähern und auf der Kehlfläche beinahe zusammen-