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Das Mittelaltcr.
Nationalitätenkämpfe geworden, und die kolonisierende Kulturarbeit, die beiden Teilen so viel Segen gebracht hat, droht entgegengesetzte Wirkungen hervorzurufen. Sie wird trotzdem stets eine der anziehendsten und folgenreichsten Leistungen des europäischen Mittelalters bleiben.
20. Westeuropa. !
Von den westeuropäischen Völkern waren im Mittelalter die Franzosen für kolonisierende Arbeit am ungünstigsten gestellt. Sie waren umgeben von Völkern gleich hoher Kultur, die auch staatlich genügend gefestigt waren, um eroberndes Vordringen unmöglich zu machen. ! Am besten hatten es noch die Südfranzosen. Sie konnten teilnehmen an den Bemühungen der Christen Spaniens, ihren Boden von den eingedrungenen Mauren zu befreien, und haben es kräftig getan. Französische Dynastenfamilien und Lehnsträger sind nach Spanien und Portugal verpflanzt worden, und in Catalvnien hat eine nicht zu unterschätzende Einwanderung von Provenzalen statt- ^ gefunden, auf der die gegenwärtige Verschiedenheit der Provinz vom übrigen Spanien hauptsächlich beruht. Aber damit war dem auch in Frankreich sich mächtig regenden ' Expansionsbedürfnis noch nicht Genüge geschehen. Es hat einen stärkeren, volleren Ausdruck gefunden in den Kreuzzügen, die recht eigentlich als eine Tat französischen Geistes anzusehen sind. Der religiöse Gedanke bemächtigte sich des Wandertriebes und steckte der Unternehmungslust Ziele. Die Kreuzzüge brachen vor allem die Herrschaft der Muhamedaner auf dem westlichen Becken des Mittelmeeres, wo sie vom 8. bis zum 10. Jahrhundert der Schrecken der Küsten gewesen waren. Pisaner und Gennesen, Aragonesen und Normannen befreiten und