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Das Mittelalter.
und kultureller Einheit verschmolz, als je zuvor oder auch nachher sich zusammengefunden haben, und der für weltgeschichtliche Entwickelung eine Bedeutung gewonnen hat wie kein zweiter.
lt. Abschnitt.
Das Mittelalter.
13. Germanentum, Christentum.
Was wir seit der Humanisteuzeit Mittelalter (inoeliu nein») nennen, entwickelte sich durch den Eintritt zweier mächtiger Faktoren in das römische Kulturgebiet, des Vvlkstums der Germanen und der christlichen Religion. Die neue Lehre verbreitete sich rasch und weit. Man kann das Bestehen eines Reiches, wie es das römische war, mit seiner einheitlichen Kultur und der anerkannten Herrschaft zweier hoch entwickelter Sprachen, geradezu als eine unerläßliche Vorbedingung bezeichnen für das schnelle Emporwachsen der christlichen Kirche.
Die Germanen mußten ein halbes Jahrtausend an die Tore des Reiches pochen. Als sie endlich Einlaß erzwängen, konnten sie doch nur Randgebiete von ihm zu dauerndem Besitz gewinnen. Diesseits von Rhein und Donau hatten sie schon den Kelten Land abgenommen; jenseits der beiden Ströme behaupteten sie ihrer Sprache und Stammesart dauernd nur Gebiete, die einen geringen Bruchteil darstellen von den weiten Landen, die sie erobernd durchzogen und in denen sie nationale Reiche von vorübergehendem Bestände aufrichteten. Sie waren wohl im stände, zu erobern, aber, als das gegenüber den Römern weit weniger entwickelte Volk, nicht zu kolonisieren. Doch