V. Deutsch-Samoa.
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Zustande ist sowohl das Fruchtwasser als auch der Kern zum Rohessen am besten. Jenseits der Reife hingegen schwindet das Fruchtwasser völlig und an Stelle desselben tritt der süße weiße Schwamm, dem der junge Trieb entsproßt. Wie wichtig die Kokosnuß im samoanischen Haushalte ist, beweisen auch die zahlreichen Worte, die sich auf sie beziehen.
Das Pflücken von den hohen Palmen geschieht nun so, daß. ein Mann sich eine Schlinge um beide Füße legt, mittels welcher er den Stamm hinaufzuklimmen vermag. Er reißt die Nüsse von den Stielen los und läßt sie Hinabfallen, worauf sie dann mittels des Spaltestocks ihrer Hülle entledigt werden. Während also der Kokoskernsaft für das Kochen von größter Bedeutung ist, wird das Fruchtwasser meist weggegossen. Es findet nur zu wenig Gerichten Verwendung.
Die Brotfrüchte hingegen pflückt man meist nicht durch Erklimmen der Bäume, da sie ähnlich unseren Apfeln an den Enden der Zweige hängen. Man benützt zu diesem Zwecke einen langen Stock aus Bambus oder anderem leichten Holz, an dessen Ende sich ein Haken befindet, mit dem man die Stiele abreißt. Die Früchte sind roh ungenießbar und werden meist einfach zum Rösten ganz auf heiße Steine gelegt, nachher werden sie dann mit einer Selefatu-Muschel abgeschabt.
Die Banane wächst in großen Trauben, von der die einzelnen Früchte abgebrochen und meist ähnlich wie die Brotfrüchte direkt auf den heißen Steinen in der Haut geröstet werden. Sie werden dann mit dem Schälmesser geschält und so als Zugabe zu Fleisch namentlich aus der Reise gegessen.
Der Taro und Pams aber werden als Wurzelstöcke aus dem Boden gegraben, der Taro mehr in Rübenform, der Aams ähnlicher in Gestalt einer Kartoffel, nur weit, weit größer. Letzterer hält sich lange Zeit in rohem Zustande, wenn man die Augen ansschneidet.
Apia vor der deutschen Besitzergreifung. H
Apia muß in: Vergleich zu den Städten anderer unabhängiger Inseln ein großer und bedeutender Platz genannt werden, ist der Sitz der famoa- nischen Regierung und Mittelpunkt des deutschen Handels für den westlichen Teil der Südsee. Es erscheint auffällig, daß von den samoanischen Häfen gerade Apia der Hauptplatz geworden ist, wenn man erwägt, daß der kleine Hafen die anlaufenden Schiffe oft kaum alle aufnehmen kann und nur Schutz gegen die gewöhnlich hier allerdings vorherrschenden südlichen Winde gewährt, gegen alle nördlichen aber und namentlich gegen den alle zehn bis zwölf Jahre einmal von Norden her über die Jnsels wegziehenden Orkan ganz offen ist, so daß die dann von dem Sturm
^ B. von Werner: „Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee", S. 218.