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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel.
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V. Deutsch-Samoa

a) Allgemeine Beschreibung des Landes Lage und Erwerbungsgeschichte.

Bei der politischen Teilung der Samoa-Gruppe sind die vier west­lichen Inseln Savaii, Apolima, Manono und Upolo an Deutschland gefallen. Sie liegen zwischen dem 13. und 14. Breitengrade südlich vom Gleicher und zwischen dem 171. und 173. Meridian ö. L. und umspannen einen Flächenraum von etwa 2572 tzlcm, sind also etwas größer als das Herzogtum Sachsen-Meiningen. Der Hauptanteil entfällt auf Savaii (1710 tzkm) und Upolo (850 während Apolima und Manono, in

der die beiden Hauptiwseln trennenden Apolimastraße gelegen, nur winzige Eilande sind.

Auf Samoa hat der deutsche Unternehmungsgeist schon frühzeitig festen Fuß gefaßt. Der deutsche Handel in den Händen der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee war weitaus am be­deutendsten, der deutsche Landbesitz am umfangreichsten und am besten entwickelt. Aber England und Amerika waren eifrige Mitbewerber. Die hierdurch entstehenden unaufhörlichen Reibungen, verbunden mit den nie ruhenden Zwistigkeiten der Eingeborenen führten zu einer Vereinbarung der drei beteiligten Mächte (Samoa-Konferenz zu Berlin 1889), wonach Malietoa als Oberkönig anerkannt und eine Aufsichtsregierung aus Vertreteru Deutschlands, Englands und der Vereinigten Staaten Nord­amerikas bestellt wurde. Dieser Vertrag tat aber weder den Fehden der Eingeborenen dauernd Einhalt noch unterdrückte er die Eifersüchteleien der Angehörigen der Vertragsstaaten. Hierunter litt nicht nur die wirt­schaftliche Entwicklung der gesamten Inseln und insonderheit der deutschen Unternehmungen, sondern auch das Ansehen des Deutschen Reiches. Am 2. Dezember 1899 kam es daher zu einem neuen Abkommen, durch welches Deutschland der oben erwähnte Besitz endgültig zuge­sprochen wurde.

Bodengcstalt. Bewässerung.

Die Inseln sind sämtlich vulkanischen Ursprungs, eine große Anzahl noch tätiger und erloschener Krater legt davon Zeugnis ab. Die Küste